Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

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Einleitung/')

Die Oberherrschaft des Eürstenthums Schwarzbnrg'-Sondershausen bildet nicht,
wie dessen Unterherrschaft, ein zusammenhängendes Ganzes, sondern besteht aus zwei
nur durch einen schmalen Landstrich des rudolstädtischen Amtes Stadt-Ilm getrennten
Haupttheilen, den Bezirken Arnstadt und Gehr'en, und zwei kleinen Enclaven, die
eine, Kockhausen, nördlich von Arnstadt, die andere, Geschwenda mit dem
Waldsberg, südwestlich von Arnstadt gelegen, beide zum Bezirk Arnstadt gehörig.

Abgerundet sind aber auch die Haupttheile nicht; denn in den Bezirk Arnstadt
zieht sich von NO. her das meiningische Amt Kranichfeld mit der rudolstädtischen
Enclave Elxleben, von SO. her das rudolstädtische Amt Stadt-Ilm mit der weimarischen
Enclave Bössieben und der gothaischen Enclave Trasdorf und von S. her das weima-
rische Amt Ilmenau mit der gothaischen Enclave Neuroda. — In den Bezirk Gehren
erstreckt sich an einigen Stellen das rudolstädtische Amt Stadt-Ilm.

Von dem Bezirk Arnstadt, an und in den Vorbergen des Thüringerwaldes
gelegen, wird der südliche Theil von kleinen Höhenzügen durchschnitten, der nörd-
liche ist eben, der nordöstliche und östliche theils eben, theils wellenförmig.

Von den Höhenzügen, welche der Thüringerwald in den Bezirk Arnstadt sendet,
sind namentlich zwei, der eine von S., der andere von SW. kommend, zu erwähnen.
Sie nähern sich einander bei der Stadt Plaue und erstrecken sich dann an beiden
Ufern der Gera bis in die Nähe Arnstadts, wo der am rechten Geraufer sich verflacht
und der am linken sich westwärts wendet. Der letztere erreicht im Waldsberg
seine höchste Höhe, 715 m; andere Höhen desselben sind: der Schloss- oder Haus-
berg mit der Kuine Ehrenburg, 394 m, die Altenburg bei Arnstadt, 398 m, und
der Pfennigsberg bei dem Vorwerk Eichfeld, 433 m hoch.

Der Kamm dieses Höhenzuges bildet nach W. hin eine Hochebene, auf
welcher das Dorf Espenfeld liegt, 442 m hoch; sie senkt sich nach W. etwas, erhebt
sich dann wieder und erreicht in der Ebanotte oder Königsleite zwischen Espen-
feld und Gossel eine Höhe von 520 m.

*) Da die Einleitung zu der Beschreibung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler unserer
Oberherrschaft zum Theil dieselben Gegenstände zu erörtern hat, welche man im zweiten Theile der
Heimathskunde desselben Landestheiles, bearbeitet vom Pfr. Apfelstedt, in ziemlicher Ausführlichkeit
beschrieben findet, so wird die Darstellung derselben, unter Verweisung auf die angezogene Schrift,
hier mehr nur eine übersichtliche sein. — Bezüglich der einzelnen Ortschaften aber möge hier im
voraus bemerkt werden, dass, um bei der Beschreibung derselben nichts Wesentliches fehlen zu
lassen, es nicht hat vermieden werden können, manches zu wiederholen, was schon die betr.
Heimathskunde gebracht.

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