Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 9
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Einleitung.

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wurde; später aber, 1309, wurde dasselbe in die Nähe der Liebfrauenlrirche zu Arn-
stadt verlegt. — Noch bevor das letztere geschah, wurde, 1246, in Arnstadt auch ein
Mönchskloster des Franziscaner- oder Barfüsserordens gegründet, neben welchem
sich bald nachher auch eine Kirche, die Barfüsser-, jetzige Oberkirche, erhob,
und es fehlte somit nicht an Anstalten, das religiöse Leben daselbst zu fördern. In
gleicher Weise mochte auch in den übrigen Ortschaften der Oberherrschaft durch
Gründung von Kirchen, Capellen und selbst von Klöstern, von welchen letztem sich
hier und da noch Spuren vorfinden, das religiöse und kirchliche Leben der dortigen
Bewohner geweckt und genährt werden.

Damit aber dieses Ziel um so besser erreicht würde, setzte man, wie in andern
Ländern, so auch in Thüringen den Klöstern, Kirchen und Capellen Archidiaconate
als geistliche Aufsichtsbehörden vor, und dies geschah auch bezüglich unseres Landes-
theiles, indem die betr. geistlichen Institute desselben dem Archidiaconate Beatae
Mariae Virginis zu Erfurt untergeben wurden. Dasselbe umfasste aber allmählich eine
so grosse Zahl von Klöstern, Kirchen und Capellen, dass es, um dieselben besser leiten
und verwalten zu können, seinen grossen Sprengel in kleinere, in Decanate oder
sedes, theilte, deren Zahl nach und nach auf sechzehn anwuchs. Von diesen gehörten
zwei unserem Landestheile an, das Decanat oder die sedes Alkersleben und das
Decanat oder die sedes Kirchheim.

Nach dem Registrum subsidii*) clero Thuringiae anno 1S06 impositi waren der
sedes Alkersleben 51 Pfarreien und 37 Vicarien in folgenden Orten untergeben:

Alkersleben, Elxleben, Elleben, Osthusenn, Rechen, Acheistet, Wulffer s-
husenn, Witzlebenn, Elchelebenn, Hechstedt, Denstedt, Bargfeit, Kranichfeit,
Tanrode, Sufelt, Hochdorff, Treppendorff, Neukenrode, Kittersdorf, Libergen, Gossel-
born, Hoffhelen, Bottenbach, Könnigeszsehe, Aldendorff, Wiszpach, Meinbach, Belen,
Breytenbach, Giselszdorff, Herdwigesdorff, Gilszdorff, Dornefelt uff der heyde,
Gern, Buchenleo, Angstet, Dornefelt prope Urnen, Griszheim, Willingen, Nuwen-
rode, Gerwertzhusenn, Tanheim, Dornheim, Marletzhusenn, Etteszlebenn,
AValszlebenn, Wullerszlebenn, Stat Ilmen, Ober Ilmen, Breitinherde.

Der sedes Kirchheim waren 26 Pfarreien und 46 Vicarien in folgenden Ort-
schaften unterworfen:

Kircheim, Gera, Ilmane, Meynharterode, Biusfelt, Plawe, Oberndorff,
Ripprecht, Heyda, Sigelbach, Espenfeld, Arnstadt, Angelhusen, Rudelsz-
leben, Thorei, Molsdorff beatae virginis, Molsdorff Albani, Eyszlebenn, Waltersz-
husen, Eystet, Roghusen, Bechstedt, Bechstedt, Wernigeszlebenn, Gugelebenn,
Ichterszhawsen.**) —

Die specielle Aufsicht über die in den beiden sedes gelegenen Klöster zu Arn-

*) Das oben citirte Registrum subsidii ist das Verzeiehniss über die Beiträge, welche die
Pfarrer und Vicare in der Mainzer Erzdiöeese im Jahr 1506 zahlen mussten, um die Kosten zu
decken, welche der neuerwählte Erzbischof Jacob für die Erlangung des Palliums — eine weiss-
wollene mit rothen Kreuzchen besetzte Binde, welche die Erzbischöfe um die Schulter tragen —■
und seine feierliche Inthronisation zu tragen hatte. — Ein jeder hatte dazu den 20. Theil seines Ein-
kommens zu entrichten. —

**) Bezüglich der zu den beiden obenbezeichneten sedes gehörigen Ortschaften wird hier noch-
mals bemerkt, dass sie, wie schon Seite 4 angedeutet, diejenigen sind, welche, soweit sie damals
vorhanden waren, in dem Gau Längwitz lagen.
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