Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 62
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Espenfeld.

Von den drei Kirch englocken mit 0,85,—0,52 und 0,38 m u. D. wurde die
grosse 1582 von Eckhart Kucher zu Erfurt, die mittlere 1670 von Hans Severus
Schatz zu Gotha und die kleine 1726 von Christian Rausch zu Mospach (Mosbach)
gegossen.

Das Kirchengebäude — s. Eig. 30 — bietet noch eine Merkwürdigkeit dar, wie

Die Kirche zu Espenfeld.

sie keine andere Kirche unseres Landes aufzuweisen hat, indem es zum grossen Theile
von einer festungsartigen, zwei bis drei Meter hohen Ummauerung eingeschlossen
ist. Dieselbe nimmt ihren Anfang an der Südseite des Thurms, ist von da 7,80 m
lang nach S., von da 15,60 m nach W., dann 13,0 m nach N. und zuletzt etwa 4,0 m
in östlicher Richtung fortgeführt, wo sie mit dem Eingange zu einem kellerartigen
Gewölbe endet. Neben dem Thurme befindet sich der Eingang in diese kleine Festung,
und die ganze TJmmauerung ist mit Schiesslöchern versehen. Zugleich aber ist auch
der ganze Gottesacker, auf dem die Kirche steht, von einer festen, jetzt aber meistens
nur noch 0,50 bis 0,75 m hohen Mauer umgeben, welche an ihrem östlichen Ende, wo
sie bedeutend höher ist, ein festes Eingangsthor hat, an dessen innern Gewölbebogen
die Jahreszahl 1618 steht. — Wie sehr man aber bei der Anlage jener Verschanzung
darauf bedacht war, dem Feinde das Eindringen in dieselbe zu erschweren, ersieht man da-
raus, dass man innerhalb derselben vor den erwähnten einzigen Eingang, um die Thür
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