Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 72
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Oberndorf.

ums Jahr 1576, zerstört Fig. 33. heiligen der Kirche, in vol-

wurden; man mauerte daher lern bischöflichen Ornat dar-

die Bogenöffnungen zwischen / ^°^°^^/\ stellt. Sein Kopf ist mit

den viereckigen Pfeilern, /^^/^^^vvvV \ ^er ^ra (Bischofsmütze)

welche, in Bundbogen über- / Hrt^ —Jt \ bedeckt und mit einem

wölbt, das Mittelschiff von _£&I^M^I?JP /Zs 1 Glorienschein umgehen; auf

den Seitenschiffen trennten, {mS^^^EsA^S*,_ einem hinter seinem Nacken

zu und stellte dadurch die befindlichen Bande steht in
Kirche so her, wie sie gegen- —v^F^\cg>^^^? Majuskeln der Name: S.
wärtig ist. Diese Arbeit W^^v ' NICOLAVS. Er ist mit einem
wurde wahrscheinlich 1595 ^°°°(&a\L v/w/p^ite aus Punktirt gemustertem
vollendet; denn es wird be- ^3©ooMi °l ß^'mJ Stoffe verfertigten Messge-
richtet, dass die Kirche, y S/?7~(^ßn3^& wände, der sogen. Kasel,
nachdem sie 19 Jahre wüste —^ ° n VtJpJ-— welche nur mit einer Oeff-
gelegen, bis zu dem er- _^ [ä t\ \W> uüP7 nung für den Kopf ver-
wähnten Jahre wieder so ^YD \\8bUflv'_ sehen ist, bekleidet, und

weit hergestellt worden sei, ^Eg|ü?EdiJw llk\ darüber trägt er das mit

dass sie 1596 hätte einge- ^P^wT\\° f>fr^*i_ Kreuzen verzierte Pallium.

weiht werden können. — Jj Jj r i \ p | WJ In der linken Hand hält

Im Jahre 1798 bedurfte und 7AtM[{ ^ °\l'lkX_ Gr e^n Such, in der rechten

erfuhr sie abermals eine be- ~3(1R| "t" ob\\J c~~ ^en Bischofstab und seine
deutende Beparatur. —V\r°8$ hi cg\\- m^ Sandalen bekleideten
Von den im Innern der voksOv.. "W^x Püsse stehen auf einem
Kirche befindlichen Gegen- Is&m55 yj )^— schön gemusterten Fuss-
ständen sind als besonders _^^^^^^^^^ boden.

interessant zu erwähnen: \ y^rai^V y£Z> Dahin gehören ferner zwei

ein kleines schmales Yj^—\A{ ^ ' \ \ Gewölbebogen in Stuck

Fenster in der Sacristei —fo*^ Vi_" — s. Fig. 34au-b-—, welche

mit einem sehr sauber und CS r \ ^-^fJ sich zwischen je zwei Pfei-

kunstfertig ausgeführten 7^A tS*^! \ t£j"^ \ lern im Innern der Kirche,

Glasgemälde — s. Fig. // c^es ehemaligen Mittelschif-

33 —, welches auf einem yg nat. Gr. W^S, 9e$- fes, befinden, und ein Thür-

mit Blattrosetten ornamen- Das Glasgemälde in der bogen fei d (Tympanon),

tirten Hintergrunde den hei- Sacnstei der Kn-ehe zu welches sich früher über

n Oberndorf.

ligen Nicolaus, Schutz- einer Thür des nördlichen
Seitenschiffes befand, nach dem Einstürze jener Seite aber in die Südwand des Mittel-
schiffes resp. der jetzigen Kirche eingesetzt wurde. Erst bei dieser Gelegenheit wurde
dasselbe mit der Inschrift; V. D. M. I. JE. — Des ßmn iüoit bleibt in (grotgfeit — 1595
versehen, welche sich jetzt darauf befindet. —

An heiligen Gefässen besitzt die Kirche einen hübschen 24 cm hohen sil-
bernen und vergoldeten Abendmahlskelch vom Jahre 1729 und eine silberne

Hostiendose, deren Deckel — s. Fig. 35 —, mit aus Silber getriebenen Arabesken
und einer Engelsfigur verziert, eine Arbeit von wunderbarer Schönheit ist. —

Der Thurm mit vier Kundbogenfenstern steht an der Ostseite des ehe-
maligen Mittelschiffes und bildet im Erdgeschoss einen Baum zum Durchgange aus
dem Mittelschiffe in den Chor.
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