Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 81
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Hückhausen. — Roda.

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jährigen Todestag massiv gewölbt und zugleich renovirt, so dass ihr Inneres recht
freundlich und hell ist.

Zu beiden Seiten des Altars, der mit hübscher Holzschnitzerei versehen ist,
stehen zwei ebenfalls in Holz geschnittene Figuren, links Christus mit der Weltkugel,
rechts Moses mit der Gesetzestafel in der Hand, und seitwärts stehen die vier Evan-
gelisten mit ihren Attributen, Matthaeus mit Flügeln, Marcus mit dem Löwen, Lucas
mit dem Stier und Johannes mit dem Adler.

Von den drei Kirchenglocken mit 1,14—0,94 und 0,78 m u. D. wurde die
grosse 1794 von Gebrüder Ulrich zu Apolda, die beiden andern 1873 von C. Fr. Ulrich
ebendaselbst gegossen. —

In der Flur von E. und der dortigen Umgegend wurde ehemals viel Waid ge-
baut; an dem kleinen Bache des Dorfes lagen damals vier Waidmühlen. —

Roda,

Kirchdorf mit 98 Einw., 8,8 km südöstlich von Arnstadt, liegt am linken Ufer der
Wipfra.

Urkundliche Namensformen: 1279 Rode, Rodelin, 1303 Rudelin, 1434 zum

Rode.

Die Kirche St. . . , Filial von Oberwillingen, ist samt dem Thurme im Jahre
1861 an dem Standorte der vorigen sehr alten und kleinen Kirche, aber um ein an-
sehnliches grösser erbaut und im Innern zwar einfach, aber recht geschmackvoll und
würdig hergerichtet worden.

Von den beiden Kirchenglocken mit 0,63 und 0,48 m u. D. wurde die
grössere 1666 von Hans Severus Schatz zu Gotha und die kleinere 1727 von Nicol
Jonas Sorber zu Erfurt gegossen.

Wüstung. Südwestlich von R. lag vormals das Dorf Breitenherda — ur-
kundlich 1506 Breitinherde —, an dessen einstigem Standorte man noch vor wenigen
Jahrzehnten beim Graben und Pflügen auf Grundmauern von Gebäuden stiess, und
von dessen ehemaligem Vorhandensein noch mehrere Flurnamen dort zeugen: Breiten-
herdaer Wiese, Breitenherdaer Spitze (ein Gehölz) und Hofstättchen (eine
Stelle an der vormaligen Ortslage desselben). — Von dem betr. Dorfe handeln mehrere
Urkunden von 1331 bis 1496, und nach denselben scheint es ein ziemlich bedeutender
Ort gewesen zu sein. So eigenen 1331 die Grafen von Schwarzburg Güter daselbst,
welche Heinrich von Holbach bis dahin zu Lehn gehabt, dem Kloster Ilm zu; 1380
verkaufen Bernhard und Hermann von Mülverstedt demselben Kloster Zinsen daselbst;
1428 verkaufen Georg und Lutze von Entzenberg, gesessen auf Weissenburg, dem
Kloster Paulinzelle 3 Hufen Land und etliche Zinsen daselbst; 1452 verkauft Rudolf
von Ischerstedt demselben Kloster zuerst einen Sedelhof, bald nachher aber alle seine
Güter ebendort, und 1496 verkauft Hans Hersener ein Sckock Zins auf seinen dortigen
Gütern dem Kloster Ilm für zehn Schock Groschen Hauptgeld (Capital). —

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