Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 85
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Wülfershausen.

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Wülfershausen,

Kirchdorf mit 249 Einw., 11.2 km östlich von Arnstadt, ist etwas hochgelegen und
in Folge dessen sehr wasserarm; denn ausser einem Teiche, der sich in einem Guts-
garten an der fhtseite des Dorfes befindet, hat es nur einige Ziehbrunnen, welche in
einem trocknen Sommer oder strengen Winter so wenig Wasser haben, dass die Be-
wohner ihren Bedarf von auswärts beschaffen müssen.

Urkundliche Namensformen: 1833 Wylfericheshusen, 1370 Wolfferichs-
husen, 1440 Wolffershusen, 1468 Wülffirshusen, Wulffirshuszin, 1472 Wulf-
firshuszen, 1495 Wülfershausen, 1506 Wulffershusenn, 1564 Wolfershausen.

Die Kirche St. . . , sedes Alkersleben, Filial von Elleben, liegt an der Nord-
seite des Dorfes und ist schon alt. Der älteste Theil derselben ist der östliche, ur-
sprünglich nur eine kleine Capelle ohne Thurm; ein solcher wurde erst im Jahre 1586
angebaut, durch dessen unteren Theil die Capelle zugleich eine Vergrösserung erfuhr.
Dies bestätigt ein an der Südseite der Kirche resp. des Thurmes eingemauerter Stein
mit der Jahreszahl 1586; unter derselben steht das räthselhafte Wort Wuwluw.

In der Kirche befindet sich eir. kleiner Altarschrein mit reich vergoldeter
Holzschnitzerei. Auf dem Mittelstücke befindet sich die Figur der Maria mit dem
Christuskinde auf dem linken Arm und mit dem Zepter in der rechten Hand, links
daneben die Figur der heiligen Anna sclbdritt und rechts die des h. Egidius; auf dem
linken Flügel die Figur des h. Wolfgangus und auf dem rechten Flügel die Fi-
guren des h. Goreus und des h. Sebastianus.

Unter dem Altarschreine hängt ein Gemälde: Christus von seinen Jüngern um-
geben mit der Ueberschrift: Salfat mundij — corrumpirt aus: Salvulor mundi —
Der £}ci(üitb ber Welt —.

In der Kirche befinden sich endlich noch fünf besondere Kirchenstände
der dortigen Rittergüter Schieferhof, Oberritterhof, Niederritterhof, Sandig
und des aus der Hälfte, des ehemaligen von Poseck'schen Ritterguts bestehenden
— die andere Hälfte ist mit dem Schieferhofe vereinigt worden —.

Von den beiden Kirchenglocken mit 0,96 und 0,58 m u. D. wurde die
grössere 1709 von Paulus Seger zu Gotha und die kleinere 1868 von G. A. Wedel zu
Erfurt gegossen.
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