Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 94
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Gehren.

Fig. 44.

Das gehrensche Trinkhorn im Schlosse Gehren.

burgischen Wappen und mit Jagdstücken zwischen beiden: unterhalb derselben sind
15 alte, meistens römische, Münzen eingelassen. Da, wo der krumme Theil des Horns
beginnt, befindet sich ein 5 cm breites silbernes Band mit Jagdstücken verziert. Ueber
das ganze Steinbockshorn laufen der Länge nach 4 silberne kantige Streifen, und in
das nur der Form wegen angesetzte 16 cm lange silberne und vergoldete Mundstück
ist ein Jäger eingravirt, der auf einem Hifthorn bläst, und ein Hund, dem ein Wild-
schwein entgegenkommt. —■ Die Wappen und Jagdstücke sind theils getriebene Arbeit,
theils eingravirt.

Dieses Trinkhorn ist, wie aus den Wappen zu schliessen, zwischen 1591 und
1605 gefertigt worden, entweder auf Befehl des Grafen Albrecht von Schwarzburg-
Rudolstadt oder für ihn; denn die beiden Wappen können sich nur auf den genannten
Grafen und dessen Gemahlin Elisabeth, geb. Gräfin von Leiningen-Westerburg, beziehen,
indem dies der einzige Fall ist, wo Glieder aus den beiden Häusern sich mit einander
vermählen. Da nun diese Vermählung 1591 stattfand, Graf Albert aber 1605 starb,
so muss das Trinkhorn aus der zwischen beiden Jahren liegenden Zeit stammen.

Nachmals finden wir dasselbe im Besitz des Fürsten Günther I. von Schwarz-
burg-Sondershausen (reg. von 1720 bis 1740), welcher es auf Schloss Gehren, wo er
öfters Hof hielt, aufbewahren Hess und zugleich bestimmte, dass der Becher desselben,
mit Wein gefüllt, allen Gästen, welche dorthin kommen würden, gereicht werden und
jeder, welcher daraus getrunken, sich in ein dazu bestimmtes Buch einschreiben solle.
Den Anfang damit machte am 25. September 1721 der Fürst Günther selbst und zu-
gleich mit ihm seine Gemahlin Elisabeth Albertine, sowie 7 fürstliche und gräfliche
Gäste; bis zum October 1740 — Fürst Günther starb am 28. November 1740 —
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