Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 113
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Pennewitz. — Schwarzmühle.

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Pennewitz,

Kirchdorf mit 559 Einw., 4,5 km östlich von Gehren, liegt in der Senkung einer
Hochebene, die sich am nordöstlichen Abhänge des Langenberges befindet, und wird
von der Urnenan-Königseer Chaussee durchschnitten. Ein kleiner, aus 10 Häusern be-
stehender Ortstheil, Sorge genannt, liegt etwa 1,0 km westlich vom Dorfe an dem
Knotenpunkte der Ilmenau-Königseer und der Angstedt-Herschdorfer Chaussee.

Der Name des Dorfes wurde lange Zeit nur Penewitz geschrieben; 1493
Bennewitz.

Die Kirche St. . ., Filial von Jesuborn, ist das erste Gotteshaus daselbst und
wurde von 1865 bis 18G7 ganz massiv aufgeführt. Bis zum Neujahr 18G5 war P. nach
dem rudolstädtischen Dorfe Dörnfeld a. d. Heide eingepfarrt, wohin es bis 1852 auch
eingeschult war.

Die beiden Kirchenglocken von 0,96 und 0,77 m u. D. wurden 1866 von
Gebr. Franz und Gottfried Ulrich zu Laucha gegossen.

Bis 1818 befand sich zu P. ein kleines Cammergut, welches aber in dem er-
wähnten Jahre der Gemeinde daselbst käuflich überlassen wurde.

Im 15. Jahrhundert war das Dorf P. zweimal auf Wiederkauf mehrere Jahre
lang im Besitz der Ritter von Witzleben.

Dass P., wie schon aus seinem Namen zu schliessen, eine wendische Nieder-
lassung ist, wurde bereits in der Einleitung berichtet. —

Wüstung. Zwar nicht in der Pennewitzer Flur selbst, aber unmittelbar an
deren südwestlichen Grenze gelegen und darum hier am geeignetesten zu besprechen,
ist die Wüstung Folienhayn. Sie liegt 1,5 km südwestlich von P. und befindet sich
auf einem kleinen, aus Wiese und Acker bestehenden Terrain, welches zu dem Unter-
gehrener Forste gehört. Das Dorf Folienhayn war aber, wie aus 2 Urkunden hervor-
geht, bereits 1361 wüste. Nach der einen schenken Betzold von Griesheim und Günther
von Kindeleben dem Kloster Ilm, jener wegen Aufnahme seiner Tochter Felicitas ein
Viertheil, dieser wegen Aufnahme seiner Tochter Bertrade und Sophie zwei Viertheile
von dem wüsten Dorfe Folienhayn am „Borzaile" — Porzel resp. Langenberge —; nach
der zweiten der erwähnten Urkunden kauft das Kloster Ilm von Fritze von Penewitz
das letzte Viertheil der genannten Wüstung um 7 Mark 6 Schillinge — ein ziemlich
hoher Preis, die Wüstung mit ihren Zubehörungen muss also recht werthvoll gewesen
sein —. Dem Namen nach ist das Dorf Folienhayn noch in der ganzen Gegend, in
welcher es lag, wohlbekannt; auch führt der Theil des Langenberges, an dessen Ab-
hänge einst jenes Dorf lag, den Namen Vollenhahn und ein Forstort, nur eine kleine
Strecke südlich von dessen ehemaligem Standorte, den Namen der „wüste Kirchhof". —

Schwarzmühle,

das kleinste Dorf des Fürstenthums, hat 87 Einw. und ist in südöstlicher Richtung
16,5 km von Gehren entfernt. Es liegt am linken Ufer der Schwarza, sowie am
östlichen Abhänge und Fusse des Steinberges und wurde ums Jahr 1587 gegründet.

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