Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 2): Die Oberherrschaft — Sondershausen, 1887

Seite: 114
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Schwarznrfthle. — Willmersdorf. — Wümbach.

Das erste Hans des Dörfchens war die an der Schwarza gelegene Mühle — die Schwarza-
Mühle, Schwarzmühle —.

Eine Kirche hat Schw. nicht, sondern ist nach dem rudolstädtischen Dorfe
Meuselbach eingepfarrt; doch wird seit einiger Zeit der Nachmittagsgottesdienst in Schw.
seihst in dem Schullocale, meistens von dem Lehrer, gehalten. Da aber in Ermange-
lung einer Glocke weder zum Besuch dieses Gottesdienstes, noch auch zum Anfang
des Schulunterrichts ein Zeichen gegeben werden konnte, so half die Munificenz des
regierenden Fürsten Karl Günther diesem Bedürfnisse im Jahre 1883 durch das Ge-
schenk einer Glocke ab. Dieselbe hat 0,66 m u. D., wurde 1883 von C. Fr. Ulrich
zu Apolda gegossen und hängt in einem 1884 erbauten sehr schmucken Glockenhause
auf einer westlich über dem Dorfe befindlichen Anhöhe.

Bis 1852 war Schw. nach Meuselbach auch eingeschult, hat aber seitdem einen
eigenen Lehrer und ein eigenes Schulhaus. —

Willmersdorf,

Kirchdorf mit 338 Einw., 12,3 km südöstlich von Gehren, liegt am südlichen Ab-
hänge des Langenberges und senkt sich nach dem tiefen Oelschröterthale hinab.

Die Kirche St. . ., Eilial von Gillersdorf, ist das erste Gotteshaus daselbst
und wurde von 1868 bis 1870 erbaut. Bis dahin war W. nach dem rudolstädtischen
Dorfe Herschdorf eingepfarrt, wohin es bis 1851 auch eingeschult war.

Von den drei Kirchenglocken mit 0,95,-0,73 und 0,61 m u. D. wurden die
grosse und mittlere 1870 und die kleine 1886 von C. Fr. Ulrich zu Apolda gegossen.

W. ist ein schon altes Dorf, denn es kommt nebst Albrechtisdorf, Friedrichsdorf
(Friedersdorf) und Hertwigsdorf (Herschdorf) bereits 1370 in dem Theilungsvertrage der
Grafen Günther XXII. und Hans oder Johann II. vor. — Veranlassung zu seiner
Gründung mag wohl der Bergbau in dem nahe gelegenen Langenberge gegeben haben,
und dass die Bewohner von Willmersdorf einst Bergbau betrieben, wird durch das Ge-
meindesiegel bestätigt, indem auf demselben ein Schacht und eine Winde darge-
stellt sind. —

Wümbach,

Kirchdorf mit 483 Einw., 8,0 km nördlich von Gehren, liegt in einem kleinen Thale,
welches südlich und nördlich von Anhöhen begrenzt wird. An der Südseite des Dorfes
fiiesst der Wümbach vorüber und an der Nordseite ein kleiner Bach, welcher durch
den Ausfluss der westlich vom Dorfe befindlichen Teiche gebildet wird.

Urkundliche Namensformen: 1282 Wintbach, 1370 Wimpach, 1489 Wüm-
pach, 1505 Wimbach.

Die Kirche St. . ., Filial von Angstedt, liegt auf einer kleinen Anhöhe in der
Mitte des Dorfes und wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Vorher hatte W. nur eine
kleine Capelle, in welcher der Pfarrer zu Angstedt, wohin das Dorf eingepfarrt war,
wöchentlich eine Messe zu lesen hatte.
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