Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

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zu überlassen, mit dessen erster Abtheilung unsere Zeitschrist
nun eröffnet wird. Es galt nehmlich, durch einen auffal-
lenden Beweis den Satz ausser allen Zmeifcl zu sehen, daß
die geschnittsnen Steine, welchen der Name der Steinschnei-
der eingegraben ist, größtentheils entweder ganz verfalscht
stnd, oder, wenn sie auch wirkliche Antiken wären, nur
einen später eingegrabenen Namen trügen, oder in den ih-
nen eingegrabenen Namen nicht den Steinschneider, son-

dern den Besitzer, den Donatar für die Tempelweihe, auch

wohl eine andere Andeutung an der Stirn hactcn. Dieß

wird nun in dem hier zuerst abgedruckcen Abschnitt, welcher

mit Necht als Einleitung überschrieben ist, mit einem solchen
Aufgebot von Scharfsinn, mit einer so umfassenden Gem-
menanschauung und Bücherkenntniß, mit einem so großen
Neichthum eingestreuter Bemerkungen *) uns vorgeführt, daß
ich ohne Uebertreibung behaupten zu dürfen glaube, es wer-
de durch diesen und den darauf folgenden 2lbschnitt die ganz
faule Masse unserer Kataloge von geschnittenen Steinen nicht
nur in Bewegung geseht, sondern auch bald abgeklärt und

*) Jch verweise hier nur, um Ein Beispiel muusühren, auf die !n
der Anmerkung S. 4Z ausgesteltte Warnungscafel gegen die aus mehrern
Vruchstückcn iusammcngeflickren alcgriechischen Dasen in Ncapel. Doch
möchte ich wohl die Redlichkeit des dort benannren kümxlo^v beim dlu-
8eo Uorbonico, Naffaele Gargiuvlo tso schreibt flch der Mann) aus tthr
genauer persönlichcr Dekanntschafc mir ihm verbürgen, und behaupten, daß
er flch wissentlich zu solchem Berruge nicht hergeben würde.

Jch fand während mcines Aufenthalts in Swmtswi, bei Prag, wo
die vom General v. Koller in Neapel gesammclren Alrerthumsschätze stch
beflnden, Gelegenheit, nichc nur die Geschicklichkeir dieseS aus Neapel dorc-
hin vcrschriebenen Maunes ju bewundern, sondern auch seine jeder abflchtr
lichen Werfälschung abgeneigten Denkart schätzen ju lernen. Aber That-
sache ists, daß überall im Zusammcnflicken alter Wasenscherben jetzt in Ztar
lien der größce Decrug obwalrer, und daß, wie kundige Männer in Rom
verstchern, selbst an den vom Grafen v. Zngenheim sürS Königl. Museum
in Bcrlin gekauscen Lasen manchc ungcyörige Ergänjung stalt sand.
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