Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: XI
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geremigöt wsrden. Dieß alles wird aber ersi dann ins volle
Licht creten, wenn der zweite Abschnitt dieser Abhandlung,
welcher bereits in der Druckerei sich befindet, mit der Mu-
sterung sämmtlichcr Steine, die die Namen Dioecorides
und Svlon fi'chren, in den Händen der Leser sich befinden
wird. Denn hier — ich darf es nach Lesung der Hand-
schrift in vorauö versichern — wird klar und zur Evidenz,
so weit sie hier möglich ist, erwiesen, daß wir von Diosco,
rides nnter so vielen gerühmtcn Stcinen, die seinen Namen
tragen, und die uns Mariette, Stosch, Bracci vorführen,
auch keinen einzigen im Alterthnm wirklich mic seinem Na-
men bezeichnet besitzen, *) obgleich unter den Gemmen aus
den Zeiten Augusts sich Wcrke befindcn können, die diescn
Künstler zum Verfasser haben, daß aber auch ferner kein
Werk der Steinschneidekunst von S°^n auf uns gekommen
seyn kann, weil eS wahrscheinlich nie einen Steinschneider
dieses NamenS gegeben hat. — Köhler hatte schon in dcr
Amalthea ein strengeö Urtheil über die Zrrthümer Visconti's
in Erkennung und Erklärung der Gemmen gcfällt, und war
darüber von Labus, dem Mailändischen Herausgeber der ger
sammelten Werke Visconti'S, angegriffen worden. Allein was
der Leser nun in Verfolg der hier eröffneten Discussioncn
über des in andern Zweigen der Alterthumskundc so hochzu-
stellenden Forschers Gemmenkunde urtheilen werde, ist lcicht

*) Mein Freund O. Sillig in seinein mir eben so viel Fleiß als
Scharffinn iusainmenzesiellten LataloAiis ai'tillcum I9Z nal>m, H.
MeyerS Anmcrkung ium Winckelman foigend, nur 6 cchte Gemmen von
DioScorides an, wird aber nun auch wegen dieser wohl in großen Zwei-
fel gerathen. UebrigenS schreibk Köhler, Ler gewöhnlichen LeSarr beim
Plinius folgend, durchweg Dioscorides, nichr Dioscurides. Er bemcrkr dar-
über in cinem Vricfe: Auch Millin hat in seiner Introlluctioii 64.
ell. L. Dioscurides. Da er aber von salschen Doraussetzungen ausgeht,
«uch )M/Zos Ulld iroö/ocis nur Ojaleckverschikdenheiten i>nd, so bleibe ich
bei Ler Lesarc der gcdruckten Vücher, und kümmcre mich nichr um bie Be-
merkung bei Stvscy, daß in einigen Handschrisken Dioscurides stche.
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