Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: XVII
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XVII

firdsrn, indem er die Stativnen bei den Umzügen der Pom
tifices in der Stadt — so alt ist Ließ Processwnswesen! —
aufs genaueste bezeichnet. Der alte Slreit über die R.orna
c^uuärutrr oder roturrän wird hier auf den ersten Blick
entschieden.

Eins der wichtigsten archäologischcn Neuigkeiten find die
ersten zwei Hefte äsr LMiken Lilärverico, Durrr er-
8tenrri3i6 deirunrit AerriLclrt (dieß leidet große Ein-
schrankung) vorr üä. 6er1rarä in 40 Dildtafeln im
größten Folio. Da bis jeht weder der dazu gehöcige Pro-
dromus, noch eine andere Erklärung, als die auf dem Um-
schlage gegcbene, dazu auSgegeben worden ist und daher vie-
les darin räthselhast blciben mußtc: so werden die Freund«
der bildenden Alterthumskunde den (seitdem aus München
wieder nach Nom zurückgckehrten) Verfasser über die Zdeen,
die ihn bei dieser Sammlung im Allgcmeinen leitcten, und
über seine Anfichten der einzelncn Monumente, gewiß ger»
selbst vernchmen. Die von ihm im vicrten Aufsatz mitge-
thcilten Anfklärungen werden gewiß dem so inhaltreichen
Werke überall mehr Eingang verschaffen, wie ich dieß bereitS
in dcm jener Mittheilung vorgesctzten Berichte angcdeutet
habe. *) Professor Gerhard findet überall die Benennun,
gen und Zutheilungen in unserer Mythologie viel zu be,
schränkt und unzulänglich. Lokalgottheiten und die dar-
auf sich beziehenden Dildwerke wcrdcn nur mit Mühe in
die gewöhnlichen Compendiennamen gezwängt. Geheime Cul-
te auf dcn Schicksalö, und Todtengöttiiinen beruhend und
Mysterienbiidcr treten in zahlreichen Bildwerken hervor, wo,
zu unö bis jetzt, wie uns der phantasiereiche und vielbele-
sene Verfasser versichert, dec Schlüssel völlig fehlte, indem

2ch ergrcise diese Gelegenheik, einen Sinneneilellenden Druckfehler
>n riner Anmerkung ru S. iro iu berichtigen, wo eS, rvenn »om Apvllo
mir einem Thiere in der Hand die Rede ist, heißen muß: >u bemerken —
daß man HNr weder Hirsch nvch Reh erblicke.
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