Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: XXIII
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ches alte Dildwerk mit dieser Erklärmig schwer zu vereinigen
wäre. * *)

Doch genug über jene dclphische Orakelgeräthschaft, die
sett der großr Peireök im 16ten Zahrhundert seine ihm
mehrere 1000 Livres kostenden Untersuchniigen und Nachbil,
dungen, wie uns Gassendi im Leben dee Peiresk erzahlt,

sehen wcrden, als rie schon rvn Millln bekannk gemachre in Len kein-
rures äes Vnses riiii^ues V. U. xl. LiXVH. Man muß nämlich an-
nehmeN/ daß bei der bekannken Derfolzung des rascnden OresieS durch die
Furien bis in daS Jnnere des OrakelS und biS jum Dreifuß selbsr irgend
ein Tragikcr oder alrer Maler die Zdee harre, SresteS habe von der untcc
dem Drcifuß stehenden Oortiua den netzförmigen Leppiih herabgeriffen,
um stch darin einjuwickeln, und »or dem Furienschrusal sich ju verbergen
gesucht. DaS ist nun daS netzarrige Gewebe, welcheS wir auf beiden gc-
nannren Dasen erblicken, und welcheS auch Millin in der Oescrixtion
ll'. II. x. 104 richrig crklärte, LhorlaciuS hingegen alS daS Hemde be-
rrachtet haben will, in welcheS verwickelr Agamemnon getödrer wurde!

*) Ich Larf hier ein Marmorbild nichr unerwähnr laffcn, welcheS
sich vordem in der Willa Albani befand und von dem Iesuiren Sreffano
Rasfei in einer cignen dem Cardinal ;ugeeigneken Mvnograpbie: Hi-
cerclrs soxra iin Xxolline äella Villa Xlbnni (Rom 1772 >n Folio)
in drei Kupserrafeln gebilder und mit diffuser Gekehrsamkeit erklärr wvrden
ist. Hier sitzr, alle Lavaceppische Restaurarion abgerechner, doch Apollo
ganr deuklich auf dem mir dem wollflockigen Teppich (in welchem sreilich
Vkaffei ein Widdcrfell stehr und nun auch den Widderkopf dabei seltsam
genug herauSfindek) belegren Dreifuß, setzt aber Lie Füffe auf die gleichsallS
mir einem Teppich behangene convexe Corrina (den wahren
was auch Orrf. Müller dagegen sagen mag) und errheilk ein mediiinischeS Ora-
kel (wie die von ihm gehallene Schlangc ,u bcweiscn scheinr). Die durch
die von 3 Seiten gesaßte Abbildung in dreifachen Kupferstichen sehr genau
verstnnlichre Anstcht dieseL selrnen Denkmals, welcheS auch Orrf. Mül-
ler in seincn wicderholren Erörrerungen über die Gestalr deS DrcifußeS
rben so wenig gekannt zu habcn scheinr, alS Bröndsted in seinem gelehrrcn
Ercurs ,um ersten Theil seiner Reisen, scheint hier wirklich enrschcidend i»
seyn. Deun hier stehr man rechr dcurlich, wie nur die abgehobeue oberc
brmisphärische Kuzel, her halbe zum Fußzcstell dienr.
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