Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 3
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E i n l e i t u n g.

*)Vein Zweig der alten Denkmäler schien sür dl'e genauere
Kenntniß dcr Geschichte der Kunst und ihrer stufenweisen
Entwickelung, den Liebhabcrn eine so rciche Ernte darzu-
bieten, als die Sammlungen alter Gemmen mit dcn Na-
rnen der Künstler von Slosch und Bracci. Dcnn die
andern Denkmälcr des Alterthums hatten zusammengenom-
men nicht so vicle Künstlcrnamen aufzuzeigen, als jene allein.
Der Werth, den allcrdings ein schönes altcs Wcrk besizt,
das dcn Namen scincs Urhebcrs trägt, vermehrtc die Lieb-
haberei nach ihnen, dergestalt, daß zu einer gewissen Zeit
fast nur solche Gcmmen gesucht und für hohe Preise gc-
kauft wurden. Jnzwischcn überzeugte man sich doch bald,
daß nur wenige dieser Gemmen zu den vorzüglichcrn, oder
zu den schönstcn gchörcn, und daß man sich geirrt hatte
zu glauben, gerade nur die bcsten Arbeiten der größten
Künstlcr seicn mit solchen Deischristcn vcrschen. Von cini-
gen diescr Stcine ward überdies der Betrug öffentlich
bekannt. Di'e übrigcn aber nahm man beinahe sämmtli'ch
für ächte Denkmälcr an, und weder einer von dcn vielen,
wclche sich rvährcnd einer gcraumcn Zeit bemühtcn, sic zu
sammlen, zu vcrmchrcn und zu erklarcn, noch andere
Kunstkenncr untcrzogcn sic, zum Bcstcn dcr Wissenschaft,
einer genauern Untersuchung.

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