Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 5
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gar kcincr Bcurtheilung allcs auf, waS sich ihncn darbot,
und zum Theil manches, was Stosch für der Erwähnung
unwerth gehalten hatte. Uebrigens gehören die schön ge-
zeichneten und vorzüglich gestochenen Kupfertafeln, womit
Stosch sein Werk ausstattete, zu den bessern Darstellungen,
dl'e wir von alten Gemmen bcsitzcn. Weil die Kupferste-
chcrkunst nie, wcdcr ein Werk der Malerei noch der Pla-
stik, völlig crreichen kann, und ihr Gclingen nichts weiter,
als Annähcrung sein kann, so würde es ungerecht sein,
Arbeiten dcs Picart nüt Gravelle'), -Mariette ?) und an-
dcrn ^), zu tadcln, um so mehr, da di'e bciden gcnannten
Verfasser gerade Herausgebcr von Darstellungen sind, dic
riur zu dcn unbedeutenden und sehr wenig getrcucn gehö«
ren. Wenn auch des Stosch Kenntnisse dcS Alterthums
nichts weniger als umfaffend waren, wie die Beschrcibung
scincr Gemmen, und unter andern, das bewcist, was er
übcr die von den alten Steinschneidern gebrauchten Stcin-
arten bemerkt^), so würde sein Wcrk doch viel lehrrcicher
und wcit mehr zuverläßig geworden sein, ware er nicht gc-
nöthigt gcwesen, viele Gemmcn in sein Wcrk aufzunehmen,
deren ncucn Ursprung, wie oben schon gcsagt ward, nie-
mand bcsser kennen mußte, alS er selbst. Denn Stosch
war leider einer der Vornehmsten von denen gewesen,
welche die Licbhaberei an Gemmcn mit den Namen der
Künstlcr benutzcnd, deren viele hatten verfertigen lassen,
und wclche er bald selbst, bald durch andere, an reiche

i) l'Ierr. 6rav. lom. I. zr. VII.
n) Iraldä clos Ulerr. 6rav. zr. o32.

5) dlrrrr, Lldllotlr. üs Uslnl:. Loulpd. 6rav. I. 526.
ev Lll>11orli. Oaer^I. ^>. rZr—*62.

Heyne's Brief an Murr, in des letztcr» Zour». z.
Knnstgeschichte; IV. Th. S. 42—45-
4) I-. c. I'rast'. XVII.
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