Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 13
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wcg, da, »vi'e ich anderswo gezekgt '), es sich doch scharf
genug besti'mmen läßt? Kurz alles ist so schwankend, alles
so gehaltlos, so falsch durch Aufname aller neuen bctrüge-
rischcn Arbcitcn, durch verkehrte Auslegung der Aufschriften,
die bcide für Namen der Künstler halten, da sie doch et-
was ganz andrcs bedcutcn, so lecr und schi'elend, daß durch
diese neucste Beurtheilung und vorgebliche Sichtung, her-
ausgegebcn von Millin, aber vcrfaßt von Wisconti, wir
uns ganz in dcn Anfang des achtzehenden Jahrhunderts,
in die Zeiten deS Stosch und dcs Gori wieder zurückge-
sezt sehen.

Einige dicscr Steine, »velche Wisconti spatcrhin in
seiner Bildnißlehre bcschrieben hat, sind von ihm mit vie-
len unhaltbaren Bemerkungen daselbst neu verschen worden.
Ein flüchtigcr Blick auf diejenigen Gemmen, welche Bis-
conti in dem genannten Wcrke bekannt gemacht, oder nur
wiederholt hat, di'e nicht in gegenwärtiger Untersuchung
erwähnt sind, dürfte hier nicht überflüssig sein. Der Neu-
heit schr verdächtig ist, wie ich schon an einem andern
Ortr bemcrkt habe, nach dem Kupfer zu urtheilen, das
Bruchstück cincs Camee, vormals in der Sammlung der
Kaiscrin Joscphine, welches für das Bildni'ß Alexanders
dcs Großen gehaltcn wird ^). Das Bildniß des Lysima-
chos auf cinem crhoben geschnittenen Sardonpx von drei
Schichten dcr koniglich sranzösischcn Sammlung, auf dem
der alte Künstler di'e Lorbcrblätter dcs Kranzes, der um
dcn Hclm gelcgt ist, vertieft ausgearbcitct hat, um durch
das damit bewirkte Hervortretcn der untern weißen Schicht
eine angenehme Abwcchselung der weißen und braunen her-

1) Osssrvarlonl so^ira il csvalogo äsgli andiclri Incisari
iir Ogniins.

2) Icouo^r. Or. ^>1. XXXIX. I. Z. 1o. II. x.41.
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