Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 30
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Gcmmcn mit einem an das vorgestellte Bild gerichteten
Zuruf oder Wunsch.

Es habcn sich Gemmen der Alten bis auf uns crhal-
ten, deren Aufschrift cinen Zuruf oder Wunsch an das dar-
gcstcllte Bild, odcr an di'e Person enthält, dcr man dcn
'Ni'ng geschenkt hatte. Andere Steine liefern solche Wün-
sche ohne bildliche Darstellung, bald hoch, bald tief geschnit-
ten. Jch übergche alle solche Aufschriften, welche so deut-
lich sind, daß sie nicht misgedeutet wcrden konnten. >

Eine der falsch verstandcnen ist auf einem erhoben ge-
schnittenen Sardonyx zu lescn, vorstellend ei'nen Eros, der
auf cinem Delphine reitet, mit der Unterschrift
welche Winkcsmann richtig erklärte, indem cr durch sie den
Zuruf: Glückliche Schiffarth! angezeigt fand'). Nur ein
Mann von so wenig Einsicht und Geschmack als Bracck
konnte in diescn Buchstabcn den Namen des Künstlers Eu-
plos sinden 2). Ob dieser Stein alt sei, kann ohne An-
blick des Steines oder cines Abdruckes nicht bestimmt werden.

Eine Gemme, welche die Namen dercr trägt, die sie kn
ci'ncm Tempel gewcihet hatten.

Das einzige Werk der Steinschneidekunst, auf dem man
zwei Namen der Künstler, denn dafür hielt man sie bis
jezt, gefunden, ist ei'n Camce, der vormals sich in der
Sammlung der königlichen Abtei Lt. 6srrnain - äss - kres

1) H>S8cr. cku Ladinst cks Ltoscki; p. iZy. no. 7Z7.

So wie hier, sind ähnliche Zmperative auf alten Gem-
men am Ende mitscalt mic L/, g-schrieben. Anch Ad-
verbia wie I/I/VO/LIfinden sich anf Gemmen.

2) lVlsuior. äcAÜ ^.nt. Incis. Vol. II. toiri. 72. P. 89 — YI.

Daß EuploS als Name auf einer alten Znfchrift vor-
kommt (Orut. x. DLLL6VI. u. itp.) kann hier nichts
erweifen.
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