Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 38
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Stein bemerken zu können, wäre cZ nöthig, ihn selbst zu
sehen.

Z) Dcn Namen deS Diphilos, Besitzers eines Ame-
thystes der Königlichen farnesischen Sammlung zu Neapel,
vorstellend ein schönes Gefäß mit zwei Griffen, auf dem
Bauche eine Sphinx und zwei Masken nebst dem Worte
haben Stosch^), Gori und Winkelmann, eben
so wie Millin und Wisconti irrkg für den Namen des
Cteinschncidcrs gehalten. Die leztcrn beide wollen an der
Acchtheit dcr Jnschrist zweifeln, weil der griechische Name
mit lateinischen Buchstaben eingcgraben, da sogar römische
Künstler, sagcn si'e, dke ihrigen auf Gemmen mit gricchi-
scher Schrift gezeichnet hätten. Jch habe zu Ncapel diesen
Amethyst mehrmals genau betrachtct und jcden Zwcifel
m'chtig befunden. Auch möchten wohl die meisten Arbeiten
römischer Künstler, die si'e meinen, wenn nicht alle, neue
vcrfalschte Arbei'ten sein.

4) Ein Gladiator, der die Nudis crhalten, auf ciner
Gemme, deren Eigenthümer unbckannt ist, hat ncbcn sich
die Aufschrist in groben plumpen Buchstaben (XtLLckS,
wclche tX^LL^L zu lesen und die Stosch^) und Bracci
drckst gcnug für dcn Namcn des Künstlcrs halten. Besser
thaten Lippert und Naspe, wclche sich gar nicht über ihre

1) ^Xänl^olm. Osser. äu Oab. äs Ltoscli, ffgo. no.
122. sd ^,1. Stosch hatte mehrcre Gcmmen für dcn
zwciten Thcil seincr Steine mit den Namen der Künstler
stcchcn lasscn. Einigen Abdrückcn von Winkeliiiamiö an-
gcführter Schrift auf bcsserem Papicr, stnd außcr dcn
Stichcn dcr bciden Käfcr, der fünf Hclbcii vor Lhcbä
und dcs Tydcus, vicle diescr Plattcn beigcfügt, uiitcr
welchen sich auch diescr Amechyst bcfindet.

2) Ltoscli Ooimn. t. XXI. VrricLi, I. II.

916. Ilas^o, 8016. 11. 469. Zn der Vorrcbe aber
(x. XXX.) rechnet auch er den Cäkaö zu den alten
Stcinfchneidern.
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