Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 51
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Stein derselbe ist, den Stosch zuerst bcschri'eben hotte. Denn
diese Vorstellung mi't ihrer Bcischrist ist ebcn so oft als
manche andcrc der noch berühmtern von gcschicktcn Künst-
lcrn wiederholt worden, dcrgcstalt daß jezt in England
manchcs vicl gcpriesene Wcrk mit dcm Namen des Stein-
schneiders in mchrcrn Sammlungen zugleich vorhanden scin
kann. Man sieht auf dieser Gemme gebildet Herakles den
Trinkcr, dcr in der rcchten die Schale, in der linken di'e
Keule halt; im Felde Die Ersindung, Zeich-

nung und Arbcit ist schon und verdienstlich, aber man darf
darin wedcr mit Stosch Spuren dcs schr entscrnten Alter-
thums, noch mit Bracci des hetrurischen Gcschmacks, oder
gar mit Millin und Visconti den Styl dcr Kunst zwischcn
Alcxandcr und Augustus bcmerken. Die Aufschrift, nach
Bracci in hctrurischer, nach Lanzi in gricchischer Schrift,
halte ich sür einen neuen Zusatz. Der Anfangsbuchstabe
ist größer als die folgcnden; das 22 beweist das Ungeschick
dcr Vcrfalschung, und in einer Entfernung vom lezten
Buchstabcn steht ein Punct. Was man durch dieses Wort
habe sagen wollen, hleibt ungewiß. Hatte man es aber,
wie es nur zu wahrscheinlich, um die Zcit dcs Stosch in
der Absicht, dcn Steinschneidcr zu nenncn, auf Gemmen ge-
setzt, so war die Wahl theils schr unglücklich, theils ein
Beweis grober Unkunde.

Fast unglaublich ist es, daß Visconti einen Kopf dcs
bejahrten Hcrakles für ein schöncs Wcrk des Admon ge-
halten hat; warum? weil auf dem Steine die Buchstaben
^ geschnitten waren'). Lcztere sind sicher neu, und der
Kopf wahrscheinlich auch. Noch ein ähnlichcs Beispicl.

xl. 76. Laggio, II. ^>. i7L- Oems ok rlio

DoUs ok HVIaildoroogb, I. Z2, chlilliii lorrock. ^>. 5g.
i) IVIillin Iritrock. 53.

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