Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 57
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Mit Zirkel» und Fünfwinkelzeiche»

Wollt er Unendliches erreichen;

Er quälte sich iu Kreis und Riug,

Dn fühlt' er, daß es auch uicht ging.

Daß der Ursprung diescs Zeichens sich m das hohe
Alterthum vcrlicre, ist kcinem Zweifel unterworfen. Ob
bci dcn Orientalen in ältcstcr Zeit, namentlich in dem
Siwasdicnsie dcr Jndicr, nach Grotefend Amalthea II. S.
yZ-, sich cine dcutliche Spur dcffelbcn sinde, ist mir nicht
näher bekannt. Aber daß cs den Griechen seit alter Zeit
nicht unbekannt gewesen, ergicbt sich aus gelcgentlichen
Anführungen der Schriftsicllcr und aus Bildwerkcn. —
Gerade so wie cs noch jetzt verzeichnct wird (s. Fig. i.) be-
schrcibt es Lucian pro Inpsu. §. 5. Es ist nach scinem
Ausdruck ein dreysaches in einander vcrschlungenes Drcicck,
oder cin Fünfcck, auf defsen Sciten gleichschenklichte Drci-
ccke errichtet sind. Nach einer Nachricht, die sich in der
obcn angeführten Stelle des Lucian sindet, und die auch
von Spätcrn, z. B^ dem Scholiasicn dcs Lucian zu dieser
Stclle und dcs Aristophancs zu den Wolken, v. 6c»y. be-
stäkigct ivird, gchörte dieses Pcntagon — auch Penta-
gramma, und Pentalpha genannt — zu den Symbolen
der Pythagoreer. Bekanntlich schlossen diese ihre ganze
Philosophie in gcwisse geheimnißvolle Zahlen und Fi'gurcn
cin. So wie die Pentas aber mancherlci Bedcutungen bci
ihnen hatte, vergl. laiiidliLllnz bei ValLllLnaar cks K.risdo-
bulo p. roZ. Älsursii Oeuariuz V)'rIiLgoriLus L. 7-, sv
galt- ihncn das Pentalpha vorzugsweise für das Zeichen der
Gesundheit. ' A)^r«r!^xr^. Da sl'e sl'ch im

Anrcdcn nicht dcs sonst bei dcn Griechen gcwohnlichen
Grußcs „Frcude dir" (^«r/zx, ^«r/rkr^) odcr „ Glück
auf" (kö Tr/rrrT'r'kr^). sondern diescs: Gcsundhcit, scy gc-
sund (rü/^kra', ry'rLer>xr^) bedienten, so pflegten sie auch
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