Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 97
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bloße Deiminung mid Angabe des Fundortes kaum ausreicht,
und wo zu so manchem antiquarischeii Räthsel, das uns hier im
Bilde sich ausdringt, die Auflvsnng hvchst willkommen wäre. Jn-
deß ist auch schon die vcrständige Zusammenstellung der zu einem
Mythos gehvrigen Bildwerke, auf einer Tafel vereinigt, vder in
mehrer» Tafeln hintereinander, nicht ohne jene wahre Belehrung,
die aus dcr Dergleichung hervorgeht. So erschienen uns gleich
j„ den ersten Lafeln jene Geburts- und Schicksalsgötlinnen, (die
wir in der Mchrzahl icorr»iiLs, nennen) auf Reliefs und

Mi'uizen bedeutsam zusammengestellt. Sv die svnst nvch wcnig
besprochene Rückführung der Kore (Proserpina), aus der Unter-
welt (Tafel Xlll.), so die neben einander gestellten Bildwerke
der Pallas Alea, so, um nur noch ein Beispiel anzuführen, die
wunderbaren Endymionreliefs auf unedirten Sarkvphagen (Tafel
XXXVI—XI.). Besonders erwünschl würden uns einige, wsnn
auch nur kurzgefaßte, Andcutungen über die Demeter- und Kore-
Mysterien seyn, wozu hier mehrere Bildwerke führen, und übcr
die Aphrvdite die LodesgLttin (Lafel XX), die Ve»»s Diliikiiiir
der Rvmer, worüber Prof. Grrhard, wie schon aus scinen Auf-
sätzen in den Schornschen Kunstblättern bekannt ist, eine eignc
Reihe von Fvrschungen angesiellt hat.') Nun soll zwar alsbald
in zwei Lieferungen ein Prodromus erscheinen. Der Verf. schreibl
darüber aus München im Decembcr des vcrfl- Jähres: „Diese erste
Lieferung mit dem Erläuterungs-Hcft soll schon zu Anfang iL-g
ans Lichr rreten. Hier werde ich in Beziehung auf die Denkmale,
bei welchen, vhne den Zusammenhang ihrer Hauxtvorstellungen
zu übersehn, die Deutung nicht gegeben werden kann, gewiß

1) Hieh-r qeliörr dle srellich noch unvollendek qebllebene Monogra-
phie, welche Gerhard schon rg26 drucken ließ: Veueie Vroser^iina il-
Iiisrrnkii än Oäooräo Oliersräo, Zl S. in 8. mir 15 Dildrafeln. Es
>st Labei besonderS auf die kleine Figur abgesehn, die man nicht bloß
neben der bekannken Gruppk, Eastor und Pollux genannr, von St. Zldefon,
fo, sondern neben vielen andern Skaruen, gleichsam alL Srütze einer grö-
ßeren weiblichen Figur srndet, und die hier alS Proserpina-Hekate mik
Veims 1,ik>iii»L >n dcn engstcn Zusainmenhang gebrachr wird.

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