Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 106
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ner Bildwerke eine Anzahl von Denkmälern zusammenstellt,
welche größtentheils anderswoher bekannt sein konnten,
nur sammt und sonders nicht nach ihrer wesentlichen Be-
deutung. Für die Möglichkeit, ein Bildwerk vorzuzeigen,
welches an die Stelle zahlreicher, aber durchgängig irriger
Abbildungen der Fortuna Primigenia tritt, wird man es
entschuldigen, daß unter neu entdeckten Bildwcrken auch
eincs erscheint, wclches sich in Montfaucon's bald ganz
und gar veraltetem Werke bereits vorsindet. Die übrigcn
Denkmäler dieser Platte beziehen sich meist auf die, wenn
nicht in Präneste, doch im Doppelpaar dcr Fortuna von
Antium und aus Etruskischen Denkmalern nachweisliche
Geltung der Fortuna als Mi'nerva. Jhre vollständige Er-
läuterung crgibt sich ebenfalls aus Eleusinischen Götterbil-
dungen, in denen Athene oder eine andre ihr gleichgeltende
Eöttin mit Demeter und Kore verbunden ist; eine durch-
aus mincrvcnähnliche Figur ist im Fortunenpaar von An-
tium mit eisier Venus gcpaart, wie Ath'ene oder Demeter
riicht selten mit Aphrodite. Die Doppelgestalt jener Anti-
atischen Fortuna, verbundcn mit den entsprechenden Er-
scheinungen des Pränestinischen Dienstcs, hat bei solchcr
Darstellung der beiden Schwestergottheiten in bekannter
Götterbi'ldung auch auf eine Begriffsunterscheidung jener
bciden Fortuncn führen können, nämlich als einer uran-
fanglichen Schöpfungsgöttin Primigenia und als einer Len-
kerin irdischcn Geschickes. Diese letztere sindct sich dann
auch in eine Mehrzahl aufgelöst, wie cs bei ahnlichen
Gottheiten von unmittclbarer Verknüpfung mit imnschli-
chen Dingen, namentlich bei der Nemesis und Möra, be-
kanntli'ch der Fall ist. Bei der Fortuna als bejahrtcster
Göttin ist diese Vervkelfältigung mannichfaltiger als bei
andern Gottheiten; ei'nem Münztypus, dcr zu diesem Be-
huf beigebracht ist, lasscn fich, wenn die umstehenden Ge-
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