Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 130
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that '). Ja Plutarch vcrsteigt sich sogar bis zu einer
symbolischen Auslegung, die man indeß wohl eher für pa-
rodischen Scherz, als sür wirklichen Ernst nehmen darf -).

Diese Abweichungen können bey der Vielgestaltigkeit,
die allen Heraklesmythen eigen, der Grundbedeutung der-
selben natürlich ist, nicht bcsonders auffallen. Darum darf
auch die Versicherung des Ciccro, die Johannes
Laurentius der Lyder wicderholt ^), der Dreyfuß-
räuber sey gar nicht der Thebanische oder Tirynthische He-
rakles, der Sohn des Zcus und der Alkmene, sondern von
den scchs Heroen dieses Namens, die er annimmt, der äl-
teste, der Sohn des ältestcn Zeus und der Lisyto oder Ly-
sithoe, nach Johannes Laurentius einer Okeanide,
für nichts anderes genommen werden, als für eine der vie-
len vcrunglückten Bemühungen, die Mythenwelt nach den-
selben Gesetzen zu behandeln wie die geschichtlichen Zeitalter.
Kam doch auf demselben Wege sein gclehrtercr und an
schärferes Verfahrcn gewöhnter Freund Varro dahin, vier
und vierzig von ihm gehörig untcrschiedene Hcrakles anzu-
nehmen ^).

Wichtiger wäre cs, zu wisscn, wclchem Griechischen
Stamme die Sage vom Dreyfußraube vorzugswei's ange-
hört habe. Und hier scheint man sich für den Peloponnes
entscheiden zu müssen. Denn außer dem bedeutenden Zu-
sammenhang, in welchcin wir sie mit der Gründung von
Gythion und mit dem Gcschick von Pheneos gesehen haben.

1) Lcliol, l?1ncl. Ol^mp. IX, 43- I> 2 >4. Rb.

2) IlntLrcli. cler/ s^>. Delzrli. ^i. ZI6. 0.
Z) 01c. cl6 nat. I) c o r. III, 16. wo Creuzer

mit Recht die Leöart o^sirlioo hergestellt hat, vgl. go.
0,sui6nt. clo IN6I18. IV, 46. x. 224. RLther.

4) Vorauögeseht, daß die Stelle bcy Lorv. aä
Virg. VIII, 564. unverdorben ist.
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