Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 133
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archaeologieundkunst1828_1/0165
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
133

werken aus dem Alterthum geschi'chtlich überliefert ist: lei-
der ist Pausanias dabey unser einziger Gewahrsmann.

Er ermähnt dreyer plastischer Bchandlungen unsrcr
Sage. Das einfachste dieser Werke sah cr im Hei'ligthum
der Despoina bey Akakcsion: im Vorhofe zeigte ein Ana-
glyph in weißem Marmor den Herakles, der dem Apollo
den Dreyfuß entreißt '). Um eine Gestalt rcicher scheint
das zwcyte, ein rundcs Werk auf dem Markte von Gythion
gewcsen zu seyn, Apoll und Herakles und in ihrer Nähe
Dionysos. Doch geht aus den Worten des Pausanias
nicht deutlich hervor, ob der letztere ursprünglich zur Gruppe
gchörte und vom Künftlcr im Zusammenhang mit ihr ge-
dacht war, oder ob späterhin ein Zufall ihn in die Nähe
derselbcn gebracht hatte. Sonst wenigstens crscheint Dio-
nysos nicht in Dcrbi'ndung mit dieser Sage; und grade
da, wo die Ausgesöhnten dargcstellt waren, würde cher
Zeus als Vcrmittler zu crwarten gewcscn seyn. Daß der
Reisebeschreiber des Dreyfußes gar nicht gedenkt, berechtigt
zu dcr Annahme, daß er nicht vorhanden gewesen: seine
Zurückgabe als Bedingung dcs geschlossenen Vertrags mußte
bereits erfolgt scyn: darum fehlte er hier mit Recht -).

Zusammcngcsctzter war das dritte Denkmaal, das Pho-
ki'sche Weihgcschcnk in Delphi, gleichfalls ein rundes Werk
und wohl aus Erz, das Herodot vor dem Tempel, Pau-
saniaS nachmals in dcm Schatzhause zu Korinth sah.
Hcrakles und Apollo habcn den Dreyfuß gefaßt, und sind
jm Begriff zum Kampfe zu schreiten: Leto aber und Ar-
tenüs bcsänftigen dcn Apollo, den Hcrakles seine stete Ge-
fährtinn und Schirmerinn Athene. Die Bildsäulcn dcr
Athene und Artemis hatte Chionis, die übrigen D i-

1) 1'aei8au. VIII, 37, i.

2) , 1'anrau. 111, 2l, 7-
loading ...