Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 140
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tenden sind durchaus dicselben wie die auf den vier bereits
erwähnten Denkmaalen. Wenn ihre Bcwcgungcn auch
mchr Freyheit und Leichti'gkeit zu entwickeln scheinen, so
sind wir doch schr ungewiß, ob wir dieses'wirklich einer
spätern, gefälligern Kunstepoche zuschrciben sollcn, oder
nicht vielmehr der ungebührlich modernisirenden Hand dcs
Zeichners. Bctrachtet man mchrcre Lafcln des
Naxolson, so fühlt man sich zu der lctztern Annahme
fast gezwungen; und Hcrakles besondcrs zcigt eine Lei'cht-
süßigkeit, die ihm wohl kein alter Künstlcr angebildet haben
würde. Eine wesentliche Abweichung hingcgen crblicken
wir darin, daß dcr halbrunde Körper zwischen Apoll und
Herakles weggclassen, und dafür an dem äußerstcn linken
Rande, noch vor Herakles, ein Lorbecrbaum angcbracht ist,
rrm dessen Stamm sich eine große Schlange — unverkenn-
Lar der Pythische Drache — emporringclt.

Das sechste halb erhobene Wcrk wurde im Herbst des
Iahres 1765 in den chemaligen Salustischcn Gärtcn, von
jcher ciner reichen Fundgrube alter Kunstschätze, cntdeckt;
es wurde damals von einem Nömischen Prälaten Zelada
angekaust, kam aber späterhi'n in das Pio-Clementinische
Museum, und wurde von Bisconti hcrausgegeben ').
Auf der dreyeckigen Basis eines großen, reich verziertcn
Leuchters von Marmor waren drey Anaglyphe gcbildct ge^
wesen: auf dem einen ist ZeuS dargestellt mit spihigem
Barte wie auf Werkcn Etruskischer Kunst, scin Gcwand
auf Nachahmung des ältesten Griechischcn Styls deutend:
von dem zwcyten ist nichts erhaltcn, alS die obcre Hälfte
eines jugendlichen Herakles in dcrselben Stellung, in wel«

1) lVIw8. Llo-Oüsm. Vol. VII. tav. Z7. ^.65. yr.
Vgl. Wlnckclin. Gesch. der Knnst. XI, Z, 16. Th. VI.
i. x. 268. »ebst den Amn. Th. VI, 2. i>. ZZZ. n. 1258-
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