Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 148
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«nd mit der Li'nken den Streich abzuwehren scheint: cmch
Herakles tragt keinen Bogen, abcr dcn Köcher, worin drei
Hfeile stecken: er ist wie der dcs Apollo beflügclt. Auf
-em Boden besindet sich nach Becker die Cortina, jcdoch
von ganz abweichender Gestalt: worin diese Abweichungen
bestehn, sagt er nicht. Am merkwürdigstcn aber wird das
Gemählde dadurch, daß auf der Seite dcs Hcrakles Athene
gehelmt, auf der dcs Apollo eine andrc, bloß durch ein lan-
gcs Skeptron bezeichnete Göltinn, ohne Zweifcl Leto, dar-
gestellt ist; beide um die Streitendcn zu versöhnen. S i l-
li g bemerkt mit Necht, daß in di'esem Gemählde das be-
reits oben aus Pausanias erwähnte Delphische Bildwerk
desDiyllos, Amykläos und Chionis crhalten zu
seyn scheine. Die Dase besindet si'ch in der Sammlung
des Grafen von Lamberg in Wien ^).

Bon dem andern Gemählde ist bis jetzt nichts als sein
Vorhandenscyn und daß, wie auf dem eben beschriebenen,
beide Köcher geflügelt sind, aus Böttigers archaologi-
schen Andcutungen bekannt ^).

Wenn nun auch die Deutung aller dicser Kunstdenk-
maale im Ganzen keinem Zwcifcl mehr unterlicgcn kann,
so veranlassen uns doch einige Einzclheiten zu bcsondcrn
Bemerkungen.

Der Dresdner Marmor stimmt mit dem Nam'schen,
den beiden Albam'schen und wahrschcinli'ch auch mit dcm
von Velletri darin überein, daß Herakles in der linken
Hand eine zwiefach gebogene Waffe trägt. Becker er-

1) Ob vielleicht dieß Gemählde und das Folgende in
des Grafen Alex. Delaborde Prachtwcrk übcr die Lam-
bergschcn Vasen abgcbildet ist, vermag ich nichk zu sagcn,
da mir dieß Werk nicht zur Hand ist.

2) Böttigers archäol. Andeut. x. 59-
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