Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 150
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erkannt, den Herakles von dem Skythischen Hirten Teu-
taros empfangen haben soll *), woraus sich denn auch die
Vergcsellschaftung mit dem Köcher von sclbst erklärt. Frei-
lich ist dagegen der Eimvand erhoben, daß diese Bildung
der des Skythischen Bogens nicht zukomme, da das ganze
Alterthum ihm die Gestalt des Griechischcn Sigma zuspre-
che- diese aber sei ursprünglich die halbkreisförmige des
latcinischen 6 gewesen. Allcin diese Behauptung wird
nicht bloß durch die Bildwerke widerlegt, auf welchcn He-
rakles unleugbar den doppelt gcschweiften Bogen führt, son-
dern auch durch ausdrückliche Zeugnisse des AlterthumZ.

Entscheidend sind hier cinige tragische Bruchstücke des
Euripides, des Agathon und des Phascliten Theo-
dektes, die Athenäoö uns erhalten hat -). Alle drei
führen in ihren Trauerspiclen Thcseus einen der Buchsta-
» ben unkundigen Landmann ein, der den Namcn des The-
seus geschriebcn sindet, und dic Züge mit ihm bekannten
Gegenständen vergleichend kcnntlich zu machen sucht. Aga-
thon zwar bezeichnct das Sigma kurzweg durch den Sky-
Ihischen Bogen, wodurch nichts gewonnen wird, Euripi-
des aber und Theodektes versinnlichen cs durch eine
geringelte Haarlocke, (r/orro^ 6e ^ösr/ov^ö^ cä? Mr)/-
/rer/oL, und r/>rro^ L k/br,r7M /Sc><)7/)l)/yL> 7r/>o-?k/r</)k/)i5)
und diese Zusammenstellung paßt keincswegs zu dcm cin-
fachen Halbkreis oder Halbmond: sie weiset bcstimmt auf
mehrfache schlangenförmige Krümmungen und Windungcn
hin, wie wir sie, dem Bogen des Hcrakles vollkommen
ahnlich, in dcn geringelten Locken jugendlichcr Gestalten

r) 8 o Ii o I. H)<z c> c r. XIII, 86. aus H e r o d o-
ros und Kallimachos, vgl. 'I?26t2. aä I^z'coxlrr.
/Ilex. Zo.

2) .-1tlr6n. X, 80. x. 454> L.
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