Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 157
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Dresdner Candelaberfuß und so weiter übertragen zu scyn
scheint. Dicß ist die vielbcsprochene Apotbeose Ho-
mers, des Archelaos von Priene Werk, sonst im Pal-
last Colonna in Rom, jetzt im Pio-Clementinischen Mu-
seum *)-

Unter den zahlreichen Gestalten dieses Anaglyphes be-
sindet sich auch im mittlcrn Raume, unter ciner gewolbten
Grotte, ein Apollo Kitharodos, ihm gegenüber cine weib-
liche Figur, in dcr man — wahrscheinlich mit Recht —
eine Pythia zu erkennen glaubt: zwischcn beyden in dcr
Mitte ruht derselbe halbrunde Körper gleicherwei'se auf dem
Woden, auch in demselbcn Verhältnisse der Höhe zur mensch-
lichcn Gestalt: nur darin untcrscheidet er sich von der
Dresdner Abbildung, daß er ganz ohne Verzicrung am zu-
gerundeten Cnde ist, und daß Köcher und Logen, ohne
Zwcifel dic des Apollo, an ihm hangen.

Gisbcrt Cuper, nach dem grillenhaften Athan.
Kirch er der erste gelehrte Ausleger dieses Bildwerkes, der
aber auch nur zu viel Wunderliches hinci'ndeutete, sah in
den beyden Figuren unter der Grottenwölbung die Jli'as
und die Odyssee als zchnte und clfte Muse, in dem Bey-
wcrke aber symbolische Beziehungen auf beyde, im Halb-
runde nämlich die allerdings ganz ahnlich gestaltcte Schif«
fermütze, den Pileus dcs Odysseus, als Sinnbild der
Odyssee, und in dem Geschosse eine ähnliche Hinweisung
auf dcn kriegerischen Jnhalt der Jlias ^). Einen Schritt
uäher zur Wahrheit that Jacob Gronov, der Apollo

1) lVlns. ?io - tülemLvd. Vol. I. vnv. riAg. D. p. 97.
W i n ck e l m. Gesch. der Kunst, IX, 2, 45- 44- Th. >1. 1.
x. 68- Amn. Tl). VI. 2, j). 122. fg. und Monnm. insä.
1. II. x. 20g. fg. Tischbeinö Homer »ach Antiken. Th. III.
x. 2Z. fg.

2) Oi 8 h. L! uxor äo n^otliLosi Hom. p. 2J. 29.
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