Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 171
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2.

Äaß di'e beiden Gruppen im siebenten Saale der Dres-
dner Antiken - Sammlung ursprünglich denftlben lüsternen
Kampf eines Satyrs mit cinem Hermaphroditen darstcllen,
kann bei genauerer Vergleichung beider kaum zweiftlhaft
erscheinen. Deutlich hat sich in dem Symplegma, das jetzt
einen sitzenden Faun und eine liegende Nymphe zeigt,
(No. Zi6. nach dcr neucsten Verzeichnung) noch der Rü-
cken des Hermaphroditen und der Theil seines Körpers er-
halten, an welchem in dem erhaltenen Exemplare der rechte
Schenkel des Satyrs anliegt-. aber die schreckliche Zerstö-
rung, in welchcr sich dicse Fragmente vorgefunden haben
mögen, erleichterten dem Restaurator scin Wagstück, eine
ganz abweichende Gruppe aus diesen Theilen und ihnen
völlig fremdartigen zusammenzubauen. Freilich ist diescs
Wagstück auch danach ausgefallcn! Schenkel sind an
dr'eftn Hermaphroditenrumps angesetzt worden, die i'n den
Dimensionen zwi'schen Hüfte und Knie reichlich um ei'ne
Spanne zu kurz sind; Arme, eben so luxirt, wie die Füße,
sind an dcn Körpcr gehangt, und selbst der Kopf, der nach
Arbeit und Marmor zu schli'eßen zu dem Hermaphroditen-
torso gchörte, ist durch ein Stück Marmor in dcn Hals
eingesctzt, jetzt übcrdreht und gegen alle Natur aufgerichtet,
Wahrscheinlich waren die Ueberrcste des alten Satyrs, den
der junge Hermaphrodit so tüchtig abwehrt, ,'n dicftm zwci-
ten Exemplare arg verstnmmclt; dcnn außer dem rechten
Schenkcl und dem zu ihm gehörcnden Sitzmuskel, an weft
chem sich noch das Satyrschwänzchen und auch das Ge-
wand erhalten hat, auf welchem die entsprechende Grupps
(ldlo. 3,7.) aufsitzt, hält es schwer, untcr den vielen Frag-
menten, die vom Rcstaurator zusammengeleimt wurden, um
den Rücken und die Brust hcrauszubri'ngcn, die bcstimmt
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