Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 178
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Eyrisio 5y4 bis 588) herrschte. Neko nahin ihm zufolge
allerdings Syricn, und also auch Palastina ein; jcdoch
nicht Babylon; noch wcniger Persien; denn er ward von
Nebukadnezar bey Circcsium am Euphrat geschlagen, und
vcrlor in Folge dieser Schlacht alle scine Eroberungen wie-
der. Von Psammis lcsen wir nur, daß er einen Zug ge-
gen Aethiopien, wie es scheint ohne Erfolg, machte; und
kurz nach demsclben starb.

Mein Gcgenbeweis ist indcß weder aus den hi-
storischcn Unrichtigkci'tcn, die nicht dem Dr. Poung, sondern
nur Belzoni (cinem trefflichen Entdecker, aber keinem Ge-
schichtskundi'gen,) zur Last fallen; auch nicht aus einer
Kritik der Erklarungsversuche der Inschriften dcs Dr. Uoung,
dercn. Richtigkeit oder Unri'chtigkcit ich aus sich bcruhen
lasse; er ist aus der Geschichte hcrgenommen.

Es ist historisch gewiß, daßjenebeyden
Könige keinesweges zu Theben in Ober-
ägypten, sondern zuSaisinUnterägypten
begraben sind. Sie konnten also ihre Grabmähler
nicht unter den Königsgräbern in der Thcbais haben. Den
unwiderleglichen Bewcis davon giebt das eben so bcstimmte
als ausführliche Zcugniß Herodots, B. II. Cap. i6y.
Nachdcm derselbe den Untergang des Aprics, des Sohns
und Nachfolgers des Psammis, durch die Rcbellion der Ae-
gyptcr unter Amasi's erzählt hat, sctzt er hinzu:

„Als Aprics als Gefangner nach Sais gcbracht war,
und Amasis ihn den Aegyptern aUf ihr Verlangen ausge-
licfcrt hatte, erwürgten sie ihn, und begruben ihn daraus
in dem väterlichen Grabmahl. Dieses ist abcr in
dcm Heiligthume der Athene, ganz Nabc bey dcr Königli-
chen Wohnung, dem dcr herein geht zur linkcn Hand.
Die Saiter begruben aber alle Könige aus
diesem Nomus inncrhalb diesem Heiligthum.
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