Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 184
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archaeologieundkunst1828_1/0216
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
184

Münzsteuiide u»d um Verbreitung des Geschmacks auf dis wvhl-
feilsie Art (für Soo Ducateu, was im bekaimte» Müii-preise bei
echte» Münzen an 72,000 Fr. zu siehen komnieil würde) einzig z»
thiin. Für Misbrauch und Lauschung der Keniier und Halbken-
ner könne er uicht veraiitwortlich geniacht werden, da er selbst
ihre Echtheit nicht verbürge. Er erhalte von alle» Seiten, be-
sonders nach Rußland, Besiellnnge», und könne so dis Frucht
seiner Ansirengung nicht ausopsern, sei aber erbvtig, die ganzeii
Stempel um einc» mäßigen Preis zu verkaufen. Das beste sci,
ivenu einige deutsche Staatcn, die Kunsi und Wissenschaft zu fvr-
dern keinen Aufwand scheuen, als Oesicrreich, Preußen, Bayern,
diese Skempel als genieilischastlicheS Eigcnthum in Depot näh-
men iind zur Lvsung jedes Zweifels ihre Ansicht siets gestatteten,
ilidem jede zweifelhafte Münze durch das Einpassc» in den Stem-
pel sogleich geprüst werden könns. So schreibt Dvrow ;u Ende
July's 1627 aus Florenz, indem er zugleich die Vorrrefflichkeit
der Stempel, dcren Classificativn er genau angiebt, rühmt und
sich auf mündliche Besprechung mit ihrem Verfertiger beruft.
Schon der Hcrausgcber der Kunsibiättcr, Prof Schorn, hat durch
eine untergesetzte Anmerkung seine Verwunderung ausgedrückt,
daß Veckcr jetzt crsi sich so darüber erkiärt, da seine Fabrikate dvch
lange Zeit (man spricht von inehr als 25 Jahren, i» welchen
diese Münzfälscherei schon getriebe» wurde) als echt antike Münzen
a» Sammler und Kabinette verkaust wurden, und schlägt vor, den
Mann selbst als Medailleur irgendwo anzusiellen.

Auf jcben Fall ist jetzt schon dadurch vicl gewonnen, daß iiun
das ganze Geheimniß offenbar wurde, welcheö auS Scheu und
Schonung bisher nicht zur Sprache gebracht 'worden war, indem
wohl mancher, der früher selbsi der Täuschung unterlag, bei sich
denken mochte, wie das alte Sprichwort von dcm Fischer sagte,
der vom Rochcn oder Krampffisch verwundet odcr bctäubt ausrief:

okckcr. DaS Uebel liegt am Tage, aber
wo ist das wirksamsie Mittel dagegen? Fürs ersie kann die Sache
wohl genng besprochen und zur Kenntniß aller, die hier bcides, das
Wollen und dasVollbringe», haben, sürwsitere Erörterung gebracht
werden- Darum glaube ich auch von meiiiem alten Frennd, dem
K- K- Director des Münzkabinets i» Mailand, Hrn- Gaetano
Cattaneo, Verzeihung zn erhaltsn, wenn ich eine Stelle ans
ftiiiem Briefe an mich abdrucken lasse. Jch hakte ihu gebeten,
loading ...