Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 189
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wie auch m neuesier Zeit von treffli'chen Gelehrten gesche»
hcn, z. B. von Böckh zum Pindar — jene nöthige Erör-
tcrung von oben, vom Geisti'gen, anfängt: dcr.Wcg ist
zu weit, und ohne material-solide Grnndlage zu unsicher,
als daß man ihn sür's Ganze vollenden, ja auch nur über
vi'elcs Einzelne wirklich in's Reine kommcn könnte. Ganz
von unten, von dem gemeinsten Factischen, sollte man
anfangen: was ist physisch möglich oder unmöglich, theils
der Sache überhaupt nach, (wie bey dem Amboß,) theils
dcr Kunstmittcl der Altcn nach, besondcrs ihrer Instru-
mcnte und anderer Hülfsmittel. (Darunter auch z. B.
jene leidigcn Schallkesscl in den Lhcatern, von dcnen man
so saubcre Di'nge aufgctischt bekömmt — und hundcrt ähn-
liche Sachelchen, höchst ungcrcimte Fabeleien.) Abcr da
tritt immer wicdcr, hat man sich nicht in's Klare gesetzt
und bcfesti'gct, die Mischung oder Verwechsclung von Alt
und Neu dem Milologcn in dcn We.q; und kömmt z. B.
von ciner Flöte bcy der gemessenen Declamation die Rede,
so sragen (nichts für ungut!) Sie sclbst, mcin Freund:
„Cs accompagnirte also zum Dialog des Trauerspiels stcts
die Flöte?" und doch dachten Sie selbst bcy dem armscli-
gen Dinge ciner griechischcn Flöte m'cht an die unsrige, die
von jcner ebcn so vcrschieden ist, als eine korinthische Säule
von einem abgehacktcn Baume, der ein Hüttendach stützt;
nicht an Jhren Fürstenau, dcr zu dem, was dcr Dcclama-
tor sagt, ohngesähr dasselbe dcm Ausdrucke nach phantasirt.
Gcnug, mein Frcund; auf solche Dinge läßt sich nicht kurz
und gut antwortcn. —

Fr. Rochlitz^
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