Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Archäologie und Kunst — 1.1828,1

Seite: 213
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König Ludwkg schon so ftüh mi't der Kunst angefangen,
schon i8»5, als Er zum erstcnmale das ewige Rom betrat.
Diesen, sein ganzes edlesLcben durchziehen-
den Medizeischen Faden hält er unverrückt fest.
Wie er 1820 in Rom in dem durch ihn beseelten Kreise
der deutschen Künstler Raphaels Todtenfeyer bcging, so
seyert er in wenig Tagen in scinem altcrthümlichen N ü r n-
berg, dem Hort der Reichskleinodien, das Säkularfest
des deutschen Raphael, Albrecht Dürer.

Ein andermal von der Wissenschaft und von der
Hochschule, für heute nur von der Kunst; — ein andermal
von dem Glanz der na turh i stori sch en Abtheilung, von
Schelling, Schubert, Oken, Fuchs, Marti'us, Späth, Gruit-
huisen, — über Maurer und Dresch, — übcr das Zurück-
bleibcn der Geschichte, zumal da Mannert sich gänzlich zu-
rückzi'cht, und von dem schon lange anhaltenden Winter-
schlaf dcr Akademie, zumal dcr historischcn Klasse, — heute
nur von der Kun st.

Cornelius, Julius Schnorr, Zimmermann und Hcin-
rich Heß erziehen eine dereinst gcwiß trcffliche Mahlerschule.
Die Vereinigung der herrlichstcn und zahlrcichsten p l a-
stischen Kunstschätze des Alterthums, die je auf der deut-
schen Erde bcisammen war, in der Glyptothek, mit
dem Herrlichstcn altdeutscher Kunst rn der Pinako-
thek, eignen München ganz vorzüglich dazu, die Kunsijün-
ger vor dcn unseligcn Abwegen dcr Alterthümlerey, der
Deutschthümlercy, der Manicr und Eklekti'k zu bewahren!
Sie finden hicr die höchsten Muster in der Form beisam-
men mit jenen der Jnnigkeit dcs Gcfühls, der Ticfe des
Gedankens und der warmen, lebensglühenden Färbung der
altitalienischcn und altdeutschen Schule.

Binuen drei Iahrcn wird dic Pinakotbek (un-
streitig Klentzcs vollendctstcr Bau,) cine Auswahl vvn 1500
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