Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Antike Denkmäler im Wiener Privatbesitze.

In einer grossen und reichen Stadt wie Wien, welche von so
mancherlei künstlerischen und Sammler-Interessen bewegt und im
Grenzgebiete der antiken Culturländer gelegen ist, können auch
ausserhalb der öffentlichen Sammlungen im Privatbesitze verstreute
Ueberreste antiker Kunst nicht fehlen. Neben den überallhin durch
Reisende und Händler verbreiteten italischen Fundstücken findet sich
Griechisches in einer der Lage und den Beziehungen Wiens ent-
sprechenden Anzahl; ferner treten natürlich die in Oesterreich selbst
gemachten römischen Funde besonders hervor. Liegt doch die
grosse Fundstätte von Carnuntum in nächster Nähe.

Der kleine Kreis, welcher seit einer Reihe von Jahren an der
Universität Wien sich archäologischen Studien eifriger hingegeben
hat und seit einigen Semestern auch ausserhalb der Universität all-
wöchentlich sich zu versammeln pflegt, fasste schon vor geraumer
Zeit die Antiken im Wiener Privatbesitze in's Auge. In einer dieser
Wochenversammlungen, am Vorabende des Winckelmanntages 1875,
wurden durch gemeinsame Beisteuer zusammengebrachte Abbildungen
von besonders beachtenswerth scheinenden Stücken vorgelegt. Von
da an datirt der bestimmtere Vorsatz, Verzeichnisse anzulegen, die
demnächst veröffentlicht werden sollten.

Hierzu bietet jetzt diese neu beginnende Zeitschrift den ge-
eigneten Platz. Ueberall begegneten wir bisher bei unserem Unter-
nehmen der entgegenkommenden Gunst der Besitzer, welche das,
was sie mit Liebhaberei zusammengebracht hatten, gern auch allge-
mein der wissenschaftlichen Benutzung zugänglich gemacht sehen
wollten. Möge dieses Wohlwollen unseren Bestrebungen auch ferner
erhalten bleiben!

Archäologisch-epigraphische Mittheil. I. 1
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