Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Mit der weitgehendsten Bereitwilligkeit hat der Herr Besitzer
Anfertigung und Ausarbeitung dieses Kataloges gestattet und be-
fördert. Dass auch einige einstweilen in Triest befindliche Stücke,
soweit sie bei ihrer augenblicklichen Aufbewahrung zugänglich
waren, in dies Verzeichniss aufgenommen werden konnten, ver-
danke ich den Bemühungen des Herrn E. Majonica. Ausge-
schlossen habe ich die Münzsammlung, in welcher sich z. B. eine
sehr reichhaltige Serie der Seleukidenmünzen findet.

Ein kleiner Theil der hier aufgezählten Antiken stammt aus
eigenen Ausgrabungen des Herrn v. Millosicz, das Uebrige ist
zumeist an Ort und Stelle von Landeseinwohnern gekauft, nur

funden, zwei Drittel lebensgross, welcher in seinem Besitze geblieben ist und den
ich, da der Marmor, die glatte Behandlung und die Maasse zu passen scheinen, gleich
hier erwähnen will. — Feiner, weisser Marmor. — Von der Schulter bis zum Ell-
bogen 0*32. Vom Ellbogen bis zur Handwurzel 0-185. — Oben rund abgearbeitet mit
einem Dübelloch zum Einsetzen in die Schulter, unten gerade abgeschnitten mit
Dübelloch für die Hand. — Die geglättete Oberfläche ganz unbeschädigt.

3. (Mus.-Nr. 79a.) Torso einer Isispriester in.— Weisser Marmor mit
grauen Streifen. — H. mit der niedrigen Basis 2"03. — Der Kopf und Hals, zu deren
Aufnahme eine tiefe Höhlung vorbereitet ist, fehlt, ebenso beide Arme, welche aus
besonderen Stücken gearbeitet waren, in deren breiten, flachen Ansatzstellen je zwei
Dübellöcher. Vielfach bestossen. — Aus Erythrai. — Kenntlich an dem Knoten
des Gewandes vor der Brust. — Arbeit römischer Zeit.

4. (Mus.-Nr. 78a.) Bärtiger Idealkopf. — Weisser Marmor. — H. 0-40.

— Die r. Gesichtshälfte ist weggebrochen, auch sonst ist der Kopf sehr beschädigt.

— Aus Smyrna. — Der Kopf blickt nach r. aufwärts; im vollen Haar liegt eine
breite Binde, der Vollbart ist ziemlich kurz gehalten.

.5. (Mus.-Nr. 30a.) Weiblicher Kopf.—Reinweisser Marmor. — H. mit dem
Halse 0*11. — An beiden Seiten ist das Haar über dem Ohr beschädigt; das 1. Ohr
fehlt ganz, von dem r. ist nur die untere, nachlässig- gearbeitete Hälfte übrig. Der
sonst gut erhaltene Kopf scheint besonders gearbeitet zu sein. Oben auf dem Scheitel
zwei viereckige Dübellöcher, das vordere O'Ol lang und breit, das dahinter befind-
liche 0-01 1., 0-015 br. — Abgebildet v. Sacken a. a. O. Taf. 12 in der Mitte,
vgl. S. 30. — Aus der Sammlung Gonzenbach in Smyrna. — Der Kopf zeigt
eine gewisse Starrheit, welche durch die ganz gerade Haltung verstärkt wird. Das
Gesicht ist breit, die Stirn niedrig, die Äugen gross. Der Mund ist etwas geöffnet,
so dass man die obere Reihe der Zähne sieht. Das in der Mitte gescheitelte Haar
ist von beiden Seiten gewellt zurückgenommen. Auf dem etwas abgeplatteten
Scheitel und am Hinterkopf ist es nur wenig ausgeführt.

6. (Mus.-Nr. 208a.) Weiblicher Kopf. — Weisser Marmor. — H. mit dem
Halse 0-145. — Restaurirt die Nase, Unterlippe und ein Stück r. am Kinn. Hinten
ist der Kopf schräg auf seine Längenaxe wie abgeschnitten, so dass etwa ein Drittel
des Hinterhauptes fehlt. In der Mitte dieser senkrechten Fläche, welche nicht ge-
glättet ist, befindet sich ein rundes Diibelloch. Der Nacken unter dieser Stelle ist

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