Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Weniges ist von Händlern erworben worden. Die Angaben über
die Herkunft dürfen daher, wo nicht ausdrücklich das Gegentheil an-
gemerkt ist, in hohem Grade auf Glaubwürdigkeit Anspruch machen.
Im Folgenden scheideich in besondere Rubriken: Reliefs (A) und
Rundarbeiten (B) aus Stein, die sogenannten Terracotten (C),
ferner Thonvasen(D) und Thonlampen (E). Als eine dem Fund-
orte nach eigenthümliche Classe gemischten Bestandes folgen die
kyprischen Alterthümer (F), den Schluss bilden die In-
schriften (G).

A. Reliefs.
I. Votiv an die Nymphen, Hermes und Pan.

Weisser, grobkörniger Marmor. — Grösste Höhe 0-42 M. Breite 044 M. —
Unten ein 0'165 breiter Zapfen zum Einsetzen des Reliefs in eine Stele (R. Schöne

unbearbeitet. —Aus Tr all es. — Der starke Hals ist etwas nach r. gewendet. Der
Kopf, mit seiner geraden Haltung und niedrigen Stirn, seinen vollen Wangen und
kleinen Augen sieht ziemlich leblos aus. Das Haar ist einfach gewellt, niedrig
zurückgestrichen; dahinter deckt das Haupt ein Schleier oder eine Haube.

7. (Mus.-Nr. 165b.) Amazonenkampf. Relief. — Gelblicher Kalkstein. —■
Länge 1*53. H. 0-95. — L., oben und unten von einem flachen Rahmen eingefasst,
r. abgebrochen. Aus zwei Stücken zusammengesetzt. —■ Aus Termessos. — L.
reisst ein schwergerüsteter Krieger, der in der R. das kurze Schwert zückt, eine
nach r. reitende Amazone am Haar vom Pferde. Vor ihr ein nackter Krieger mit
Helm und Schild, der nach ihr zurückhaut. R. stösst eine reitende Amazone (nach r.)
mit dem Speer nach einem auf dem Boden knieenden nackten Krieger, von dem
nur die Hälfte erhalten ist. — Sehr rohe, unvollendete Arbeit. — Wohl von einem
Sarkophag.

8. (Mus.-Nr. 97a.) Inschrift. — Grauer Marmor. — H. 1-55. Br. 0'50. —
Aus Erythrai. — Ehrendecret einer ungenannten, wahrscheinlich lesbischen Ge-
meinde für die Erythräer und die von ihnen gesandten richterlichen Beamten. —
Herausgegeben von Fr. Kenner in Sitzungsber. der phil.-hist. Classe der kais. Akad.
der Wissensch, zu Wien (1872) LXXI, S. 335 f.

9. (Mus.-Nr. 225a.) Kopf eines Meerdämon. Mosaik. — Grösste Br. 1*08,
grösste H. 0"62. — Auf allen Seiten abgebrochen. — Aus Karthago. — Der
Bart des mächtigen Kopfes von mildem, schwermüthigem Ausdruck geht in grüne,
gelb-braune und rothe Arabesken über. Der Grund ist weiss, von einem schwarzen
abschliessenden Streifen ist ein Stück erhalten. — Das Stück bildete wohl eine Ecke
desselben Mosaiks, aus dem der in den mon. delV inst. V. tav. 38 veröffentlichte Kopf
stammt; jetzt im Brit. Mus. basement room n. LXVHI.

10. Männliche Statue. — Kyprischer Kalkstein. — H. 1*94. — Unter den
Knieen abgebrochen. — Abgebildet v. Sacken a. a. 0. Taf. 35. vgl. S. 61. —
Ausldalion (Dali) auf Kypros. — Im Haar ein aufrechter Blätterkranz; der Saum
des Gewandes fällt über die Brust herab. — Strenger, kyprischer Stil.
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