Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Flechte ist über der Stirn angeordnet, auf dem Scheitel liegt ein
Kopftuch aus schwerem Brocatstoff, welches mit concentrischen
Kreisen und einer breiten Bordüre, mit kleinem Rauten- und Zick-
zack-Ornament, verziert ist, dahinter Zöpfe, wie bei dem Mädchen.
(Aehnliches Kopftuch, mit Thierfiguren in concentrischen Kreisen,
trägt z. B. ein als Gefäss dienender gehörnter Frauenkopf Arch. Z.
1851, Taf. 33, 1. 2. 3.) Auch sie erhebt die E. adorirend; zwischen
Gesicht und Hand ein Zweig mit drei Blättern. Der Sitz der Frau
ist nur ganz roh angedeutet, zwischen dem Rücken der Frau und
der Brust des Mädchens ist der Reliefgrund nicht herausgeholt. R.
liegt nach 1. ein bärtiger Mann auf einer Kline, in der gehobenen
R. das Rhyton, die L. hält eine Schale (undeutlich). Der Mantel
hüllt den Unterkörper ein, im Haar eine Tänie.

Griechische, aber handwerksmässige Arbeit. — Ueber die grosse
Reihe der ähnlichen Reliefs s. u. A. Pervanoglu das Familien-
mahl auf alt-griechischen Grabsteinen, wo S. 13—51. 212 verwandte
Darstellungen zusammengestellt sind: die seltenere Entblössung der
Frau ebenda n. 146. 165 u. bei Clarac musee de sculpture pl.. 155,338,

3. Grabstein des Gladiators Galates.

Grauer Marmor. — H. und Br. 0*27. Das Relief in vertieftem Felde 0*15 h.
0*19 br. — Abgebrochen in der Mitte des Leibes. — Von den Dardanellen.

Erhalten ist nur der untere Theil eines nach 1. schreitenden
Gladiators in kurzer Tunica. Die Füsse stecken in Schuhen, um die
Schienbeine sind Binden gewunden. Ausserdem ist das vorgesetzte
1. Bein noch durch ein Leder geschützt. In der L. hält er einen
Schild von rhombischer Gestalt mit abgeschnittenen Ecken und
einem Umbo. In der gesenkten R. zückt er ein kurzes Schwert.
Hinter dem r. Bein sind die Enden einer Schärpe angedeutet. Vor
dem r. Knie sind 3 Striche eingeritzt.

Darunter die Inschrift:

TTOnAAPlITQIAlQnA
TPITAAATHMNEIAI
XAPIN

TTöirXapK; tuj ibia) -rrarpi TaXcm] uveiae; xöpiv.

Gewöhnliche, handwerksmässige Arbeit, nach der Form der
Buchstaben etwa aus römischer Kaiserzeit. — nÖTrXapic das latei-
nische Popularis, mit der von Dittenberger (Hermes 6, S. 294)
besprochenen Ausstossung von ü. Nachweisungen über die Bewaff-
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