Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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tharos. Vor und hinter ihm wachsen Weinranken aus der Erde.
Vor ihm, nach 1. blickend, eine Frau, beide Arme senkend. Hinter
Dionysos erst ein nackter Satyr, unbärtig, der die L. gegen das
Hinterhaupt des Dionysos hebt, die R. nach rückwärts senkt, in
lebhaftem Tanzschritt nach r.; dann eine Frau nach r. stehend, die
L. zum Kopf erhoben, sonst zerstört. — In nachgeahmt altertüm-
lichem Stil.

65- Lekythos. Roth er Thon. H. 015. Schwarze Figuren mit Weiss (Bauch,
Borsten und Hauer des Ehers und ein Theil der Früchte).

Herakles, nackt, bückt sich tief nach r., um mit beiden Armen
den gegen ihn anstürmenden Eber um den Hals zu fassen. R. u.
1. je ein Baum mit grossen, weissen und schwarzen, runden Früch-
ten. Zweige im ganzen Feld. Auf dem Baume 1. hängt die Chla-
mys, über ihr eine Tänie. — Nachgeahmt alterthümlich. — Dieselbe
Darstellung bei Heydemann griech. Vasenbilder Taf. 5, 4. „Lekythos
aus Athen" vgl. S. 5. Anm. und Hilfstafel n. 2.

66. Lekythos. Rother Thon. H. 0-25. Weisser Grund, bunte Figuren. Die
Conturen der Figuren und die Stele blassbraun, der Chiton des Mädchens roth, das
Futter grün. Ueber der Darstellung ein Mäander, rothbraun, gelbbraun und schwarz.
Darüber eine Reihe Palmetten, roth und graugrün. Sehr zerstört, mit modernen
Stücken, aber nicht in der Darstellung, geflickt.

In der Mitte eine Grabstele auf zwei Stufen, deren unterste
sehr breit ist. Oben sind zwei parallele Streifen, ein Kymation und
ein Akroterion gemalt. Ob eine Tänie um die Stele gebunden war,
ist nicht mehr auszumachen. L. hält ein Jüngling, nach r. stehend,
bekleidet mit der Chlamys, in der R. eine breite Tänie, welche in
Fransen ausgeht. R. hebt ein Mädchen in langem Chiton, nach 1.
stehend, wie es scheint, die L. über ihren Kopf.

67. Lekythos. Rother Thon. H. 0-22. Weisser Grund. Die Darstellung ist
unkenntlich. — 68. 69. 70. Drei kleine Lekythoi mit schwarzem Ornament auf rothem
Grund. — 71. J. 73. Rother Thon. H. 0-12. Rothe Figur auf schwarzem Grund.

Geflügelter Genius mit weibischem Kopfputz, in langem, ärmel-
losem Chiton, nach r. stehend, beide Arme vorgestreckt.

72. J. 73. Rother Thon. H. 0-10. Schwarz gefirnisst, der Bauch geriefelt.
—■ 73. J. 60. Rother Thon. H. 0"096. Schwarz gefirnisst, der Bauch geriefelt.
— 74. L. 59, mit Deckel. Rother Thon. H. 0-038. D. 0-057. Abgebr. der Knopf
des Deckels. Mit Resten von schwarzem Firniss.

Aus Kalamäki (Korinth).

75. Aehnlich J. 22, vgl. die Form der korinthischen Vase Arch. Z. 1860,
Taf. 184. Gelbgrauer Thon. H. 0-11. D. 0'07. Die bräunliche Farbe der Figuren
und Ornamente ist fast ganz verschwunden; alle Conturen sind auf der geglätteten
Oberfläche leise eingeritzt.

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