Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Aus der viereckigen Einfassung tritt eine bärtige Satyrmaske
mit hochgezogenen Augenbrauen und starken Runzeln auf der Stirn
besonders mit dem Barte in starkem Relief hervor. In dem ge-
sträubten Haar liegt ein dicker Weinlaubkränz. — Charakteristische,
decorative Arbeit. — Aehnlich die in athenischen Funden häufige
Satyrmaske bei Conze Verh. der Vers, deutscher Phil. u. Schumi,
zu Heidelberg Taf. II, 2 a. b. Die Form des ganzen Grefässes ebenda
Taf. III. Vgl. auch L. 3181).

86. Desgleichen.

Rother Thon. H. 0*125. Grösste Br. 0-087. Unten und hinten abgebr. Ab-
gebildet Taf. IV. Aus Myndos (Karien).

Aus der gleichen Umrahmung wie bei n. 85 tritt ein Stierkopf
in Relief weit vor. Zwischen den Hörnern ein plastischer Astra-
galos, über demselben ein viereckiges Täfelchen mit der Inschrift
Aiiunrplou in vertieften Buchstaben. — Der Schriftform nach aus
der Diadochenzeit. — Gute Arbeit.

(Schluss folgt.)

Wien. W. GIURLITT.

Ein Brief Winckelmann's.

Mit Erläuterung von C. JUSTP).

Winckelmann stand seit seiner Abreise aus Sachsen im Jahre
1755 in fast ununterbrochenem Briefwechsel mit dem Buchhändler
Walther in Dresden, dem Verleger seiner Kunstgeschichte. Die
zahlreichen Briefe — Winckelmann hat an wenige seiner Bekannten
so oft geschrieben — befanden sich noch lange im Besitz der Erben

*) Eine Variante dieses Kohl enb ecken griff s mit der Satyrmaske in
der Sammlung Scampicchio zu Albona (Istrien). Ueber der Silensmaske
befindet sich ein horizontal liegender doppelter Donnerkeil der gewöhnlichen
Bildung. Der Fundort dieses Stückes ist unbekannt; es wurde von einem aus
dem Orient, zunächst aus Suez kommenden Eeisenden erworben. C.

'2) Das Original befindet sich seit den zwanziger Jahren im Privatbesitze zu
Wien und wurde uns von Herrn Rob, Schneider mitgetheilt.

D. Eed.
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