Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Diese ist nichts nutz und jene taugt eben so wenig. Es ist ein
Werk eines kleinen Copisten der alle seine Beweise aus den Leben
der Mahler genommen hat. Unterdessen passiret er hier, wo man
in dieser Art nichts besseres gesehen hat, für einen grossen Scri-
bentis, vielleicht auch in Dressden, weil es in Rom geschrieben ist.
Wenn ich mich wolte abgeben eine Critic zu machen über die Ver-
gehungen derer, die von den Römischen Schätzen geschrieben haben1),
solte es mir nicht schwer fallen, in kurzer Zeit einen starken Band
zu liefern: dergl. aber will ich mir aufbehalten, bis ich einmahl solte
faul werden zu denken. Ich bin mit beständiger Hochachtung

an Meinen Freund Hr. Nerger ein
grosses Compliment.

E. HochEdelgebohren

Ich werde indessen wegen des Junii
dem H. Monaldini Commission geben, ob
man ihn nicht hier finden kan. Wenn
E. HochEdelg. aber dieses Buch für mich
finden und zwar gut conservirt, so er-
suche dieselben mich mit einer kleinen
Nachricht gütigst zu beehren, im Fall ich
es könnte ohne Kosten nach Rom be-
kommen.

k Monsieur

Monsieur Walther,

Conseiller de Commerce & Libraire
du Koi

a

Dresde.

gehorsamster Diener
Winckelmann.

phael und Lesueur etc., die in jedem Fall zu Gunsten des Franzosen ausfiel. R. Ve-
nuti war Winckelmann's Vorgänger im Amt des Antiquars der apost. Kammer, das
er 19 Jahre lang bekleidete. Auch seine beiden Brüder Filippo, Propst zu Li-
vorno, und Marcello, Verfasser der ersten Schrift über Herculanum (1748), waren
angesehene Archäologen. Ridolfino starb den 30. März 1763. (Vgl. a. a. O. S. 42.)

*) An eine Schrift „über die Vergehungen derer, die von den römischen Schätzen
geschrieben haben", hat er wirklich Hand angelegt. Am 28. Nov. 1756 trägt er sie
Walther an; mit der Vorrede berechnete er sie auf 16 Bogen. In der Bibliotheque
nationale zu Paris Nr. 4257 findet sich der Anfang mit dem Titel: „Von den Ver-
gehungen der Scribenten über die Ergänzungen." Hauptsächlich nämlich handelte
er von den Irrthümem der Auslegung, die aus unkritischem Acceptiren der Restau-
rationen entstanden waren. Auch in Nr. 4268 findet sich ein einschlägiges Heft und
ein drittes in Florenz. §. 17 a. a. O. handelt von dieser projectirten Schrift.
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