Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Wällen die Reste eines Brückenkopfes vermuthen möchte. Während
dann die linksufrige Römerstrasse über die Weichbilder von Lörinz-
falva, Nyarädtö, Väsarhely, Jedd, Kebele, Veeze, Mosony, Jobägy-
falva, Csikfalva, Szent Märton, Buzahäza nach dein Lager von
Mikhäza am Nyärädflusse führt, geht rechtsufrig der andere Arm
über die Gebiete von Näznafalva, Maros-Szent-Kiräly, Remeteszeg,
Szent-Anna, Udvarfalva, Värhegy, Poka, Vajda-Szent-Ivan, Sächsisch-
Regen, Vecz, wo überall der Strassenkörper theilweise erkennbar
ist, nach Deda.

Auch Nachi'ichten über etliche neue und ausführlichere Be-
schreibungen bisher schon bekannter Römerlager verdanken wir
Orb an.

Schon die auf der Kiepert'schen Karte zum C. I. L. III be-
zeichneten Castelle beweisen die Thatsache, dass die Römer die
von der östlichen Karpathenkette abfallenden Thalwege als eben so
viele Einfallsthore des Feindes mit Lagern zu sperren suchten.
Bisher kannte man von dieser Festungsreihe aber nur Burghallen
am Budakbache, Vecz am Maros, Szent Imre am Görgeny, Mikhäza
am Nyäräd, Enlaka zwischen beiden Kokein und Galt-Heviz am
oberen Alt. Schon der erste Blick auf die Karte zeigt aber, dass
bei dieser Vertheilung die Thäler der kleinen und grossen Kokel,
sowie der beiden Homrodbäche offen geblieben wären. Um so er-
freulicher ist es, diese Lücken aus Orbän's und eigenen Erfah-
rungen ausfüllen zu können.

So finden sich bei Sovärod im Maroser Stuhl, am Oberlauf
der kleinen Kokel, östlich von der Kirche auf dem Boden des
Dorfes selbst die Reste eines römischen Lagers, aus dessen Bau-
steinen zum Theil die heutigen Häuser bestehen. Die Form des-
selben ist quadratisch mit 250 Schritt Seitenlänge und selbst die
Eckbasteien sollen noch kenntlich sein. Innerhalb dieses Raumes
rinden sich oft überwölbte Hohlräume, Gefässe, römische Ziegel
und Waffen, ja man sieht angeblich in der Thotgasse noch die
Römerstrasse. Von hier veröffentlichte schon Mommsen nach
Archaeologiai JEh-tesitö von 1869 p. 317 einen Inschriftstein (C I. L.
III, 6526 add). Ebendaher wurden aber in letzterer Zeit auch Ziegel
der Besatzung ausgegraben mit dem folgenden Stempel:

CPALP

— ciohors) p(riina) Alp[inorum). Ein solcher Ziegel ging aus dem
Besitz des Soväroder reformirten Pfarrers in den des Klausenburger
Museums über. Ein anderer kam schon früher ohne Angabe des
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