Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Tri est. — Pola. — Aquileja1).

I. Triest.

Der Antikenbesitz Triests setzt sich zusammen aus eigenen
römischen Ueberresten, ferner aus den von Aquileja stammenden
Funden und endlich aus den durch die Handelsbeziehungen aus
dem griechischen Oriente herübergeführten Monumenten.

Der eigenen römischen Vorzeit entstammen einige architek-
tonische Ueberreste, hauptsächlich bekanntlich der sogenannte
Arco di Riccardo und die Tempelruine am Dome. Dass der erstere
ein einfacher Durchgangsbogen, nicht ein Stadtthor, Triumph- oder
Wasserleitungsbogen gewesen ist, ist durch Sforzi Istrial. Nr. 70—71
p. 283 hinreichend nachgewiesen worden. Von den Tempelüber-
resten am Dome werden bei Ireneo della Croce Historia antica
e moderna sacra e profana della cittä di Trieste, in Venetia 1698,
acht Säulen genannt, während heutzutage nur deren fünf vorhanden
sind. Erst in unserem Jahrhunderte wurde durch Pietro Nobile
(1814) und durch die Bemühungen Kandlers (1842) die Freilegung
der im Glockenturme vermauerten antiken Ruine bewirkt. Von dem
bei Ireneo, Rossetti und anderen erwähnten Ueberresten eines Theaters
und einer Wasserleitung scheinen augenfällige Ueberreste nicht mehr
vorhanden zu sein.

Gresammelt sind die einzelnen antiken Ueberreste verschiedenen
Ursprungs, vornehmlich im städtischen Museum. Die ersten
Anfänge dieses Museums gehen auf das Jahr 1793 zurück, in
welchem die im Jahre 1780 zu Grörz nach dem Muster ähnlicher

*) Dieser Bericht gibt die Eesultate einer Reise, welche Herr Majonica im
Frühjahre 1876 mit Hilfe der vom h. Ministerium für Cultus und Unterricht für
diese Zwecke ausgeworfenen Mittel unternommen hat. Von der Mittheilung der
auf etwa 300 Nummern sich belaufenden epigraphischen Ausbeute wurde in diesem
Falle Abstand genommen, weil gerade jetzt die Supplemente zu dem die Inschriften
dieser Gegenden umfassenden fünften Bande des C. I. L. sich im Drucke befanden.
Es erschien daher im Interesse der Sache geboten, sämmtliche von Herrn Majonica
gemachten Funde und Revisionen unmittelbar Herrn Theodor Mommsen zur Ver-
fügung zu stellen. Die Druckbogen der demnächst erscheinenden zweiten Hälfte
des fünften Bandes konnten von uns bei Redaction dieses Reiseberichtes bereits be-
nutzt werden. D. Red.
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