Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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d) Diejenige des Herrn Carlo d' Ottavio Fontana, ur-
sprünglich aus Münzen und Vasen bestehend, durch Veräusserung
der ansehnlichen Münzsammlung und Verth eilung der Vasen unter
die Familien Fontana und Sertorio vermindert, soll noch immer
reich an schönen Stücken sein. Bisher leider unzugänglich.

h) Diejenige des Herrn Dr. Carlo Gregorutti, hauptsächlich
aus Bronzen und Gemmen aus Aquileja und Münzen aus verschie-
denen Gegenden bestehend.

c) Diejenige des Herrn Grafen Prandi, gegenwärtig Dank
der Fürsorge des Museum-Directors Herrn K. Kunz provisorisch in
dem civico museo d' antichitä aufgestellt. Sie besteht aus einigen
Bronzen, ferner einer panathenaeischen Amphora 0"40 h., angeblich
vor 30 Jahren in Neapel erworben. Die Vorderseite zeigt wie ge-
wöhnlich die ausschreitende bewaffnete Athene zwischen zwei Säulen,
auf jeder derselben ein Hahn, längs der 1. Säule die Inschrift:

TON A0ENE0EN A0LON.

Die Rückseite zeigt eine Gruppe von Ringenden.

d) Einige Stücke (meistensInschriften und Sculpturen aus Klein-
asien) dem Herrn Contreadmiral v. Millosicz gehörig, jetzt pro-
visorisch in den Magazinen des k. k. Marinearsenals aufbewahrt,
über welche, so weit sie mir zugänglich waren, von Herrn Gurlitt
(oben S. 3. 9) Bericht erstattet ist.

e) Der Antikenbestand bei dem Antiquitätenhändler Herrn Dr.
G. Barzilai, der Natur der Sache nach öfters wechselnd. Zur
Zeit meines letzten Aufenthalts sah ich bei ihm folgende Stücke:
Torso einer weiblichen Figur 1*50 h., etwa 0.75 br.,
die erhaltene Plinte etwa 0*52 br., aus griechischem Marmor, an-
geblich aus der Umgebung Athens. Kopf und 1. Arm abgebro-
chen, dem r. Arme fehlt die Hand, sonst gut erhalten. Die Figur
ruht auf dem r. Beine und ist mit Doppelchiton und Mantel be-
kleidet; beide Gewänder tragen die Saalkante an den Säumen.
Der Doppelchiton ist gegürtet und mit einer Spange auf der r.
Schulter befestigt. Vortreffliche Gewandbehandlung. — Griechisches
Grabrelief, etwa 0'32 h., 0*36 br., ohne Inschrift, Fundort un-
bekannt. Die sorgfältig abgeglätteten Brüche des Steines und an-
dere Anzeichen lassen an eine Ueb er arbeitung desselben denken.
R. der bärtige Verstorbene mit nacktem Oberleib, unten vom Hima-
tion bedeckt, liegt auf einer Kline und hält in der gehobenen R.
ein Trinkhorn. Ihm gegenüber sitzt nach r. gewendet eine ver-
schleierte Frau mit einem Kästchen in der ausgestreckten R. L,
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