Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

Seite: 47
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1877/0065
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
Nach der Entdeckung der nordwestlichen Ecke der Stadtmauer
wurden von hier aus gegen Nordosten und Südwesten die weiteren
Spuren verfolgt. In der ersten Richtung ist nur ein geringer, in
der zweiten ein grösserer Theil der Stadtmauer aufgedeckt worden.
Soviel damals ausgegraben wurde, liegt noch heute offen. Der nord-
westlichen Ecke entsprechend glaubte man auch eine nordöstliche
bestimmen und damit die westöstliche Ausdehnung der alten Stadt
gewinnen, durch Combination aber weiter die nordsüdliche Länge
der Mauer ebenfalls festsetzen zu können. Wir finden demnach
sowohl in der erwähnten Ichnographia, als auch in den auf ihr
beruhenden kleineren Plänen bei Kandier {Indagini sidlo stato
materielle clelV antica Aquileja. Trieste 1865) und Kenner (Fund-
karte von Aquileja. Wien 1865. Mittheilungen der k. k. Central-
Commission. X. Jahrg. Heft Mai-Juni) die obenerwähnte Annahme
bis auf einige Modificationen bei Kandier wiederholt. Jedoch
scheint bei dieser Annahme ein Missverständniss obzuwalten, indem
man bedeutende Ueberreste von Grabmonumenten, die bei dem heu-

1. Einige Pläne in der Abtheilung für Bauwesen der k. k. Stattlialterei in
Triest, zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia angefertigt, wie man aus den vielen
handschriftlichen Bänden des begleitenden Textes entnehmen kann. Dieselben sind
meistens aus Anlass technischer Bauten in Aquileja entstanden.

2. Pläne aus der Zeit Moschettini's, jetzt im Besitze des Archit. Herrn Dr.
Giovanni Righetti in Triest. Dieselben geben einige Ausgrabungsplätzc an und
zeigen auf beigegebenen Tafeln meistens Funde, welche durch Moschettini in's Wiener
Münz- und Antikencabinet wanderten. (Sacken und Kenner. Katalog. Wien 1866.
Sc. n. 26, 49, 64 u. s. w., In sehr. n. 81, 82, 83 u. s. w.)

3. Karte von Aquileja und Umgebung mit Bezeichnung der Strassenzüge und
Gestaltung der Lagunen zur Römerzeit, von Kandier und Buttazzoni entworfen,
von Dr. Righetti gezeichnet. Zu einer Publication ursprünglich bestimmt, blieb
dieselbe unedirt, gegenwärtig im Besitze des Berichterstatters.

4. Strade Romane e ferrovie in esereizio, in costruzione e in progetto nella re-
gione veneto Orientale con indieazione dei castri posti nelV agro di Aquileja e di C'on-
cordia Udine. Passero s. a. Eine Studienprobe des Prof. Dr. Marinelli aus Udine.

5. Civitatis Aquileje (sie) quemadmodu (sie) nunc jacet. Fidelissima topo-
graphia. Das Original gegenwärtig in der Bibliothek des Grafen Concina in
S. Daniello aufbewahrt. Darnach gemachte Copien, die auch lithographisch ver-
breitet wurden (Triest, Litografia Linassi 1865), führen die weitere (wohl inter-
polirte) Aufschrift: Aquileja del 1435 dedicata a. S. E. il Sgr. Co. Antonio Cassis
Faraone etc. etc.

6. Die von Torelli (Manuale topografico archeologico delV Italia. Vol. I. Ve-
nezia 1875.) angeführte Bertoli pianta d'Aquileja antica, disegno a penna nella
biblioteca Florio in Udine, dürfte mit dem von Kandier a. a. O. erwähnten Plane
Bertoli's aus dem Jahre 1739 identisch sein.
loading ...