Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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und Giuseppe Monari. Die Sammlung Bertoli wurde von dem
Grafen Leopoldo Cassis -Faraone angekauft und bildet nun den
Hauptbestand des gegenwärtigen Museo Cassis, während die Samm-
lung Moschettini jetzt dem Grafen Zucco gehört und diejenige
des Herrn G. Monari in den Besitz seines Sohnes, des Herrn
Ugo Monari übergegangen ist. In neuerer Zeit entstanden die
Sammlungen des verstorbenen Herrn Vincenzo Zandonati (jetzt im
Triester Museum), des Commendatore Francesco deToppo (in Buttrio
bei Udine und in Udine aufbewahrt), des Herrn Carlo Dr. Grego-
rutti (in Paperiano bei Aquileja und in Triest) und des Herrn Baron
Ritter (in Monastero bei Aquileja).

Von öffentlichen Sammlungen ist nur das Museo comunale an-
zuführen, zu welchem auch die von der Regierung dem Municipio
geschenkten Monumente gehören, die aber aus Raummangel noch
immer im Battistero aufbewahrt werden.

Ausserdem- liegt noch ein reichhaltiges Material in und um
Aquileja selbst, in den benachbarten Ortschaften (deren im C. I. L.
V. I. etwa 67 genannt sind) und in vielen andern Städten Oberitaliens
und Oesterreichs zerstreut. Im Gebiete von Aquileja muss man von
Haus zu Haus, von Hütte zu Hütte wandern und überall Nach-
forschungen anstellen; auf diese Weise ist die Arbeit eine sehr müh-
same und nicht mit Unrecht sagt Mommsen C. I. L. V. I. p. 83:
„Hoc vellem licuisset accuratius explorare agrum Aquilejensem et Uti-
nensem neque enim dubium est in villarum latibulis non paucos titulos

adhuc superesse, quos edere debuißde aliena...... Itaque sperandum

est ut post me veniant alii quibus datur eiusmodiperagrationibus vacare.u

Von der Reichhaltigkeit des aquilejensischen Gebietes können
die Ziffern des C. I. L. V. ein deutliches Bild abgeben und zwar im
ersten Theile die Nummern 725—1757a und im zweiten Theile die
Nummern 8207—8641, ohne Hinzurechnung der vielen im Instru-
mentum aufgenommenen kleineren Inschriften.

Ein Vergleich aber des heutigen Bestandes mit dem im C. I. L.
verzeichneten gibt uns eine Vorstellung von der Masse der im Laufe
der Zeit hier zu Grunde gegangenen Inschriften, während die Ver-
nichtung und Verschleppung anderer Objecte sich weniger ziffer-
mässig übersehen lässt. Hier ist ausserordentlich viel zu thun, lang-
jährigen Brauch wenigstens zu mildern, vor Allem ist dem Museum
zur Sammlung der Localfunde grössere Sorge zuzuwenden, damit
der Zersplitterung und Zerstreuung der Antiken einigermassen ge-
wehrt werde.

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