Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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Deo Mithrae Sacrum zu ergänzen. Der tektonischen Form des
Steines verwandt sind auch zahlreiche in Pola gefundene Cippen. —
C. I. L. V; 8265 wurde von H. Dütschke in der Arch. Ztg.
N. F. B. VIII, 1876, S. 78 besprochen. C. I. L. V, 8407 steht
auf der oberen Gliederung eines Sockels, dessen vordere Fläche
einen nackten Knaben zeigt, der eine Guirlande mit flatternden
Bändern hält. Ein diesem entsprechendes inschriftloses Gegenstück
befindet sich in der Sammlung Monari.

Unter den Sculpturen sind beachtenswerth: zwei sich ent-
sprechende Atys, schon von Lajard Recherches sur le culte public
et les mysteres de Mithra. Paris 1847. PI. C. 1 publicirt. — Colossaler
Medusenkopf, fragmentirt, in einer architektonischen Einfasstmg
erhalten. — Die Knappheit der Zeit, sowie die Aufstellung verhin-
derte mich an einer Aufnahme der grösseren Reihe von sonstigen
Architektur- und Sculpturfragmenten sowie der vorhandenen Anti-
caglien.

Von Privatsammlungen sind die ehemals Moschettini, jetzt
Conte Zucco, und die dem Herrn Ugo Monari gehörige in der
Stadt selbst vorhanden. Die Moschettini'schen Sammlungsstücke,
aus antiken und modernen Inschriften und Sculpturen bestehend,
sind an den zwei Vorderseiten eines Stalles für jede Untersuchung
äusserst unbequem eingemauert. Im C. I. L. sind etwa 80 In-
schriften als zu dieser Sammlung gehörig verzeichnet. Von diesen
befinden sich n. 1046 und n. 1737 jetzt im Aquilejenser Museum,
n. 1415 und n. 1481 in der Sammlung Gregorutti zu Paperiano,
während n. 1568 auf einem dem Stalle gegenüberstehenden Speicher,
n. 8558 auf dem Fussboden neben dem Brunnen eingelassen, noch
heute vorhanden sind.

Die Sammlung Monari besteht aus etwa 50 Inschriften und
Sculpturwerken; Anticaglien wurden mir (bis auf ein kleines Me-
daillon aus Bernstein, einen Am o r und Psyc he darstellend) nicht
gezeigt. Unter den Sculpturen sind hervorzuheben: zwei V e n u s-
torsen, ein Apollo- und ein Bacchustorso, sämmtlich aus
weissem Marmor. — Von einzelnen Köpfen erwähne ich hier ausser
einem gut erhaltenen, bekränzten Jupiterkopfe (weisser Marmor)
namentlich einen jugendlichen, im Gesichte schmerzlich verzogenen
Kopf, in dessen Haar noch die Spuren einer Tatze zu erkennen sind,
allem Anscheine nach der Ueberrest einer statuarischen Gruppe der
Scylla, wie sie in der Arch. Ztg. 1866, Taf. CCVHI, Nr. 1. 2,
von Schoene nachgewiesen ist. — Reliefplatte aus weissem
Marmor. Auf einem Baumstamme ist ein Trophaeum aufgerichtet,
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