Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

Seite: 56
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ausgegebene, jetzt aber leider bis zur Unkenntlichkeit entstellte
Europamosaik.

Die Sammlung Ritter in Monastero, im Wohngebäude und
im Gehöft aufbewahrt, besteht aus etwa 30 Inschriften, einer
Anzahl von Sculpturen und vielen Anticaglien. Die Sculpturen
bieten einiges Interessante: Bruchstück einer statuarischen Dar-
stellung des die Leier spielenden Orpheus, besprochen von Conze
a. a. O. p. 10 Anmkg. 7. ■— Statuarische Gruppe, etwa 0-80 h.
0'70 br. Zwei nackte Jünglinge sitzen auf einem über dem Rücken
eines Esels ausgebreiteten Fell. Von dem r. Sitzenden ist fast der
ganze Torso erhalten, sein 1. Bein halbgestreckt, während das r. auf
dem Rücken des Esels hoch aufgesetzt war, der 1. Arm etwas ge-
bogen, der r. in die Höhe gestreckt, über den Rücken hängt ihm ein
Fell. Der Gegenübersitzende ist schlechter erhalten, aus den Ueber-
resten kann man jedoch mit Sicherheit bestimmen, dass er eine der
seines Genossen entsprechende Stellung eingenommen hatte. Vom
Esel sind die unteren Theile seiner Beine, sowie der Kopf abge-
brochen. In den beiden Jünglingen sind vermuthlich zwei Satyrn
zu erkennen. — Venustorso, bis auf die fehlenden Arme ziemlich
gut erhalten. Die Figur aus weissem Marmor ist etwa 1'15 h.,
die noch erhaltene Basis 0"29 h. Sorgfältige Arbeit, schlanke Pro-
portionen. Sie ist nackt und in der Stellung der Mediceischen
Statue dargestellt, auf ihrer r. Brust zeigen sich Fingerspuren der
r. Hand, auf dem 1. Oberschenkel Fingerspuren der L. Vom Haare
sind auf dem Rücken noch zwei Zöpfe erhalten. — Sogenannte
cista mystica mit kleiner Reliefdarstellung auf der Vorderseite, be-
sprochen von Conze a. a. 0. S. 9. Anm. 1, B. — Bruchstück einer
Sarkophagplatte mit Darstellung der sich umarmenden Amor und
Psyche. Diesem etwa 0'45 hohen Bruchstück entspricht ein zweites
Fragment mit einer gleichen Darstellung, ebenfalls aus Monastero
stammend, welche schon bei Bertoli a. a. 0. n. XXVII, p. 39
abgebildet, gegenwärtig im Museo Cassis aufbewahrt wird. Es
ist möglich, dass beide Fragmente von derselben Sarkophagplatte
stammen. — Bruchstück eines Gefässes aus Terracotta in der Ge-
stalt eines schief verzogenen Gesichtes. — Kleine bronzene Gruppe,
die drei Grazien darstellend, O'll h.— Kleine bronzene Herme
eines bärtigen Serapis. — Fuss eines Geräthes in Gestalt eines
Storches mit ausgebreiteten Flügeln 0'17 h. O'IO br. Die Füsse ge-
brochen, über dem gebogenen Hals ein Aufsatz.

Bevor ich die einzelnen um Monastero liegenden Ortschaften
mit ihrem Bestände an Antiken aufzähle , wende ich mich zur Be-
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