Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

Seite: 57
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1877/0075
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
trachtung einer dritten grossen Sammlung aus der Umgebung Aqui-
leja's, nämlich derjenigen des Herrn Dr. Carlo Gregorutti, des Ver-
fassers des soeben ausgegebenen umfassenden Werkes: Le antiche
lapidi di Aquileja, Trieste 1877 Südlich von Villa Vieentina, an

x) Einen Nachtrag dazu bietet Gregorutti im Archeografo Triestino n. s. IV.
p, 389 ff.: iscrizioni inedite Aquileiesi, Istriane e Triestine. Aus den dort mitge-
theilten Inschriften mögen die zwei interessantesten auf dem Territorium von Aqui-
leja gefundenen hier eine Stelle finden;

p. 139: ALEXANDREAM
QV I S QJ/E • N OVE RAS
QVAESO • LEGE PAVCA - VERB

PAVLVLVM ■ ET - DOLENS ■ VAD
AVT ■ NIL ■ DOLETO • NIL ■ MALI - EST
VBI ■ NIHIL ■ EST

////// iHtln ■ VT ■ OCCVBAS ■ T///
p. 400: q_ ■ axilio

VRBICO
VIRO
PERFECTISSIMO

MAGISTRO
SACRARVM
COGNITION VM
A - STVDlIS • ET
A - CONSILlIS
AVGG
A QV ILElENSES
PVBLICE
PATRONO
PRAESTANTISSIMO
D ■ D

Die letztere Inschrift gehört unzweifelhaft dem dritten Jahrhundert und zwar,
wie der Titel magister und die Fortlassung der Tribus wahrscheinlich machen, nicht
den ersten Decennien desselben an. Das Amt a consiliis scheint zusammen mit
dem Oberstudienamte von Urbicus bekleidet worden zu sein; dieser Titel war bis
jetzt vor der Constantinischen Zeit nicht nachweisbar. Demnach hat es entweder
im dritten Jahrhunder-t drei Rangstufen in dem kaiserlichen Käthe gegeben: a con-
siliis mit 200,000, consiliarii Augusti mit 100,000 und adsumpti in consilium mit
60,000 Sesterzen Gehalt oder, was nach der Rangfolge in der Inschrift des Caelius
Saturnmus (Wilmanns 1*223) wahrscheinlicher ist, die centenarii consiliarii sind im
Laufe des dritten Jahrhunderts in ducenarii a consiliis verwandelt worden.

O. H.
loading ...