Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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der neuen Strasse , welche von Pieris über die neue Isonzobrücke
nach Fiumicello führt, liegt der kleine Ort Paperiano oder Bapariano,
wo Herr Gregorutti sich eine ansehnliche Inschriftensammlung an-
gelegt hat. Fast alle in den verschiedenen Ortschaften zerstreut
liegenden Inschriften wandern allmälig nach diesem Sammelplatze,
welcher auf diese Weise im steten Zuwachs begriffen ist.

Das C. I. L. verzeichnet acht Nummern als hier vorhanden;
dazu kamen n. 1415 und 1481 aus der Sammlung Moschettini,
n. 800 aus Terzo, n. 1164 aus dem Museum (nach Kandler's
Angabe) n. 942 aus der Colornbara, n. 988. 1279. 1307 aus dem
Hause Marchesini in Grado und noch über 50 neue Inschriften,
welche jetzt in den Additamentis verzeichnet sind. . C. I. L. V, 8304
//ABERI ■ Q_F • Iiil VIR steht auf der oberen Gliederung eines 1 * 16 h.
und 1'30 br. Sockels, dessen vordere Fläche etwa 0*70 h., in
Relief zwei Adler zeigt, welche mit den Schnäbeln eine reiche
Guirlande mit flatternden Bändern halten; inmitten der Guirlande
eine Satyrmaske. Ein gleich hohes (1*16 h.) Stück, aber weil
abgebrochen, nur 0'67 br., gegenwärtig im Gehöft Ritter zu
Monastero, zeigt dieselbe Guirlande mit einer Bacchusmaske.
Sollten diese jedesfalls einem Prachtbau angehörigen Fragmente
wirklich aus einem Theater stammen (Gregorutti a. a. O. S. 33
n. 71) , so fänden sie um so mehr in den von Dütschke in der
Arch. Ztg. XXXIV. Jahrg. Taf. X, n. 17 zusammengestellten Ueber-
resten aus dem Theater von Fiesole eine Analogie. Die Inschrift
gehört der Buchstabenform und dem fehlenden Cognomen nach der
Augusteischen Zeit an.

Ein Pi last er mit einem auf beiden Nebenseiten senkrecht
verlaufenden Falz, herrührend aus Terzo, 1"55 h. und 0'43 br.,
trägt in seinem reich geschmückten Aufsatze an der Vorderseite
die Büste einer verschleierten Frau mit traurigem Ausdruck. Die
Fläche hinter ihr, sowie die drei andern verzierten Seiten zeigen
Trophäen, welche, aus verschiedenartigen römischen und barbari-
schen Waffen zusammengesetzt, in sehr geschickter Weise ange-
ordnet sind. — Torso einer mit Hosen und mit gegürtetem Chiton
bekleideten Figur, deren üppige und fast weibliche Formen uns
nicht verhindern können, darin einen Mithras zu erkennen. Er
hält mit beiden Händen die Hinterfüsse einer Kuh, welche über
seinen Rücken herabhängt. Vgl. Stark Zwei Mithraeen der gross-
herzoglichen Alterthümersammlung in Karlsruhe. Heidelberg 1865.
Taf. I.
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