Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 1.1877

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würde zu weit führen. Es genüge die besondere Erwähnung der
vorhandenen Objecte aus Bernstein, dergleichen in der Sammlung
Toppo zu Buttrio noch in mehreren und schöneren Exemplaren sich
befinden. Ueber Veränderungen, die innerhalb der epigraphischen
Abtheilung dieser Sammlungen vorgekommen sind, berichtet das
C. I. L. V, p. 1024. Dass C. I. L. V, 1008 und 1370, früher in
stabulo Ritter und Utini in seminario, und von neueren Inschriften fast
100 N ummern hinzugekommen sind, möge hier noch bemerkt sein.

In Görz wurde seit nicht langer Zeit ein Museo provinciale
gestiftet, wo ausser naturhistorischen und sogenannten prähistorischen
Sammlungen auch eine Abtheilung für die Antike vorhanden ist.
Durch die Bemühung des jetzigen Custos, Herrn Lorenzo Pertout,
sind die bisher in Grörz zerstreuten Inschriften hier zusammenge-
bracht (C. I. L. V, 796. 881. 1230. 1338. 1638. 1653. 1708)- auch
ist eine kleine Sammlung aus Aquileja von einem gewissen Herrn
Simone Pittacco aus Cervignano gekauft worden. Zu dieser ge- ;
hörten ausser einer Menge Anticaglien auch die Inschriften C. I. L.
V, 8402. 8401.

Von Görz führt die Bahn in ungefähr einer Stunde zur Station
Buttrio. Fast am Abhänge eines 166 M. über dem Meere hohen
Hügels liegt daselbst die Villa des Commendatore Francesco de
Toppo aus Udine. In diese Sammlung gelangen aus der Colombara
und aus Campolongo die Gegenstände, die auf den dort in der Nähe
Aquileja's gelegenen Grundstücken des Herrn Grafen Toppo zur
Herbst- und Winterzeit beim Ruhen der Feldarbeiten emsig ausge-
graben werden. Alles wurde mir sowohl durch das Entgegenkommen
des Besitzers, als auch durch die freundliche Begleitung des Herrn
Avv. Giovanni de Portis, sindaco von Cividale, rasch zugänglich
gemacht. Von Inschriften aus Buttrio sind im ersten Theile des
C. I. L. etwa 50 aufgezählt, die ich ausser n. 994. 1060. 1223.
1290 und 1392 vollzählig wiederfand. Der neuere Zuwachs beträgt
über 20 Inschriften, meistens Grabmonumenten gehörig, die aus der
Hauptfundstelle Colombara herstammen. Auf zwei Grabsteinen treffen
wir hier die zwei gehobenen Hände (0. Jahn Ber. d. k. sächs. Ges-
d. Wiss. zu Leipzig 1855, S. 53 {.), auf dem Deckel eines Cinerars
einmal eine Schlange, ein anders Mal die beiden liegenden Löwen
mit Widderkopf unter der Vordertatze (vgl. Conze a. a. 0. p. 8
Anm. 5), angebracht. Ferner erwähne ich: Reliefplatte mit
der Darstellung eines nackten Knaben mit Fackel in der R., ge-
wiss Bruchstück eines Grabdenkmals. — Zwei sich entsprechende
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